Wahlkampf in Niedersachsen: SPD greift Wulffs Privatleben an

Wahlkampf in Niedersachsen
SPD greift Wulffs Privatleben an

Bislang konnte Wolfgang Jüttner kaum die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Nun greift der SPD-Spitzenkandidat Niedersachsen zu anderen Mitteln. Er bringt das Privatleben von Ministerpräsident Wulff ins Spiel.

HB MÜNCHEN. Zehn Tage vor der Landtagswahl in Niedersachsen ist für den SPD-Spitzenkandidaten Wolfgang Jüttner auch das Privatleben von Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) nicht mehr tabu. "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen", sagte Jüttner der Zeitschrift "Bunte" mit Blick auf Wulffs Trennung von seiner Frau.

Wulff selbst habe sich für seine Wahlniederlagen gegen Amtsvorgänger Gerhard Schröder (SPD) mit hämischen Kommentaren über dessen Trennung von Ehefrau Hiltrud gerächt. "Die Wähler werden sich über Schröders persönliche und politische Unzuverlässigkeit Gedanken machen", habe Wulff damals erklärt, sagte der SPD-Spitzenkandidat.

Jüttners Frau fügte hinzu, dass Wulff für sich nun andere Maßstäbe setze. "Er hat kein Problem, sich von seiner Frau ,Knall auf Fall' zu trennen und gleichzeitig eine neue Frau zu präsentieren - die jetzt ein Kind erwartet, obwohl er nicht geschieden ist", sagte Marion Jüttner-Hötker, die seit 35 Jahren mit dem niedersächsischen SPD-Spitzenkandidaten verheiratet ist. Sie räumte ein, bei öffentlichen Auftritten sei ihr der Ministerpräsident nicht unsympathisch. "Aber wie Herr Wulff sich zum Teil politisch und privat verhält, da bin ich froh, dass er nicht mein Schwiegersohn ist", sagte sie.

Wulff hatte im vergangenen Sommer die Trennung von seiner Frau Christiane nach 18 Jahren Ehe bekanntgegeben und seine neue Lebensgefährtin Bettina Körner vorgestellt. Sie erwartet ein Kind von ihm.

Am 27. Januar ist in Niedersachsen Landtagswahl. Der seit fünf Jahren mit einer CDU/FDP-Koalition regierende Wulff scheint fest im Sattel zu sitzen. In Umfragen lag die CDU mit 44 Prozent zwar unter ihrem letzten Landtagswahlergebnis (48,3 Prozent), aber immer noch zehn Prozentpunkte vor der SPD. Den Sozialdemokraten stellten die Demoskopen 34 Prozent in Aussicht nach 33,4 Prozent 2003. Der FDP werden rund sieben Prozent (8,1 Prozent) prognostiziert, den Grünen sieben oder acht Prozent (7,6 Prozent).

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