Wahlkampf in Niedersachsen
Wulff ist „das personifizierte Null zu Null“

Als Draufgänger galt Christian Wulff (CDU) noch nie. Auch im Endspurt vor der Landtagswahl am 27. Januar bietet Niedersachsens Ministerpräsident bisher wenig Angriffsfläche. In der hitzigen Debatte um den richtigen Umgang mit jugendlichen Straftätern zeigt sich Wulff weich - und erntet dafür von der Opposition herbe Kritik.

HB HANNOVER. Ganz anders als bei seinem hessischen Amtskollegen Roland Koch, der den Streit um die Jugendkriminalität entfacht hatte und seitdem die Schlagzeilen beherrscht, scheinen die Strategen im niedersächsischen CDU-Wahlkampf eine Polarisierung vermeiden zu wollen.

In der hitzigen Debatte um den richtigen Umgang mit jugendlichen Straftätern zeigt sich Wulff weich: Besonnenheit, Integration und Prävention sind seine wichtigsten Stichworte. Wulffs SPD - Herausforderer Wolfgang Jüttner nennt den Stil des Ministerpräsidenten eine "Strategie der inhaltlichen Beliebigkeit". SPD-Chef Kurt Beck bezeichnete Wulff als "das personifizierte Null zu Null".

Der CDU-Wahlkampf, der bislang durch Ruhe und leisere Töne gekennzeichnet ist, soll an diesem Samstag - zwei Wochen vor dem Urnengang - in die heiße Phase gehen. Neben der Rede von Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel will die Partei die Besucher mit Auszügen aus der André-Heller-Show "Afrika Afrika" beeindrucken.

Grundsätzlich hat der Wahlkampf in Zeiten der großen Koalition einen ganz anderen Charakter als noch 2003. Damals war die Landtagswahl in Niedersachsen - dem Heimatland von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) - auch eine Abstrafung der rot-grünen Bundesregierung. Die Sozialdemokraten mussten das schlechteste Ergebnis seit mehr als 50 Jahren hinnehmen.

Der immer freundlich lächelnde CDU-Politiker Wulff hat nach den Prognosen der Demoskopen allen Grund zur Gelassenheit. Die Zustimmung für die Arbeit des 48 Jahre alten Juristen ist hoch. Schwarz-gelb kann aller Voraussicht nach in Niedersachsen - einst ein klassisches SPD-Land - weiterregieren. CDU-Sprecher Thomas Philipp Reiter sagt zum ruhigen Wahlkampf: "Wir müssen nicht jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf treiben. Wir müssen keine Themen erfinden, weil wir mit einer guten Bilanz aufwarten können."

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