Wahlkampf-Kritik
Ost-CDU fühlt sich im Stich gelassen

In der Ost-CDU rumort es: Nach einem Pressebericht herrscht bei den Mitgliedern große Unzufriedenheit über die West-Orientierung der Bundespartei im Wahlkampf. Aus Protest starten die Christdemokraten Thüringens nun ihre eigene Kampagne gegen Gysi und Lafontaine.

HB BERLIN. In der Parteizentrale in Berlin herrsche die Taktik, "auf den Osten kommt es nicht an", berichtet die "Berliner Zeitung". "Es wird knallhart auf die Westkarte gesetzt." Dies habe zur Folge, dass eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Linkspartei durch die Bundespartei nicht stattfinde. Die Linkspartei kommt in Ostdeutschland Umfragen zufolge auf Werte zwischen 26 und 30 Prozent und liegt damit dort knapp vor oder hinter CDU und SPD.

Argumentationspapiere aus der Ost-CDU seien von der Parteizentrale abgeschmettert worden. "Wir sind mit unseren Forderungen nicht durchgedrungen", sagte ein führendes Mitglied der Ost-CDU dem Blatt. Die thüringische CDU starte daher an diesem Donnerstag eine eigene Kampagne, die allein der Auseinandersetzung mit der Linkspartei gewidmet sei.

Dazu habe der Landesverband 150 000 Postkarten drucken lassen, die optisch Plakaten der Linkspartei nachempfunden seien. Auf der Rückseite der Karten seien Argumente gegen die Linkspartei und für die CDU aufgelistet. "Die Konfrontation mit der Linkspartei geht nur über die inhaltliche Auseinandersetzung", sagte Thüringens CDU - Generalsekretär Mike Mohring der Zeitung. Er warnte: "Wir können die Wahl im Osten verlieren."

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