Wahlkampf
Merkel trommelt für Schwarz-Gelb im Bund

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für klare Fronten gesorgt und die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs eingeleitet. In Düsseldorf trommelte sie für Schwarz-Gelb im Bund.

HB DÜSSELDORF. Mit kämpferischen Tönen und einem eindeutigen Bekenntnis zu einer schwarz-gelben Koalition hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Union auf die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs eingeschworen. Vor gut 9000 Anhängern verteidigte die CDU-Chefin am Sonntag in Düsseldorf die Erfolge der großen Koalition, machte aber zugleich deutlich, dass die Zeit für einen Partnerwechsel gekommen sei.

Sie werde die Arbeit der großen Koalition nicht schlecht reden, bloß weil auch die SPD zu deren Erfolg beigetragen haben, sagte Merkel. Die Regierung aus Union und Sozialdemokraten habe eine Million neue Jobs geschaffen und bis zum Ausbruch der Wirtschaftskrise kurz davor gestanden, 2011 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. „Aber ich sage auch, nun geht die Zeit dieser Regierung zu Ende. Das Land braucht eine Regierung aus Union und FDP“, sagte Merkel. „Wir haben unsere roten Socken längst im Schrank verstaut.“ Das Publikum empfing die Kanzlerin sowie die übrige Führungsriege von CDU und CSU mit „Angie“-Plakaten und langanhaltendem Applaus, der für Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) besonders kräftig ausfiel.

CDU und CSU hätten die Kraft, Deutschland klug aus der Krise zu führen, sagte die Kanzlerin. In ihrer Rede setzte sie auf Altbewährtes: Die Entlastung der Bürger bringe Wachstum, das Arbeit schaffe. Leistung müsse sich lohnen, Bildung dürfe nicht zum Einheitsbrei verkommen. Die internationalen Finanzmärkte bräuchten Regeln, damit sich eine Wirtschaftskrise wie zurzeit nicht wiederhole. Mit Spott bedachte Merkel die Ergebnisse der SPD bei den jüngsten Landtagswahlen, die zwischen zehn und 24,5 Prozent gelegen hatten. „Wie bescheiden muss man geworden sein, um ein solches Ergebnis zu bejubeln“, sagte Merkel. Die Sozialdemokraten befänden sich in einer Phase großer Zerrissenheit. „Gönnen wir ihnen eine Pause, da können sie sich erholen - und zwar in der Opposition“, sagte die Kanzlerin. „Die Wahl ist nicht entschieden, aber wir haben die besten Chancen“, gab sich Merkel kämpferisch. Ihre Anhänger dankten es ihr mit minutenlangem Applaus.

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