Wahlkampf Niedersachsen
Parteien buhlen um knappe Mehrheit

Hart umkämpfter Endspurt im niedersächsischen Wahlkampf: Auch kurz vor dem entscheidenden Urnengang zeichnet sich kein Sieger zwischen CDU und SPD ab. Die Sozialdemokraten ließen sogar ihren Kanzlerkandidaten auflaufen.
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HannoverEndspurt vor einer der wohl dramatischsten Landtagswahlen seit langem: Angesichts eines Kopf-an-Kopf-Rennens in Niedersachsen haben die Parteien auch am Samstag noch einmal die Werbetrommel gerührt. Ministerpräsident David McAllister (CDU) kämpfte in Hannover gemeinsam mit dem FDP-Spitzenkandidaten Stefan Birkner um Wählerstimmen, SPD-Herausforderer Stephan Weil verteilte an einem Einkaufszentrum der Landeshauptstadt rote Rosen, frische Brötchen und chinesische Glückskekse. Und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück betrieb Straßenwahlkampf in Barsinghausen.

Wegen der großen bundespolitischen Bedeutung der Entscheidung an diesem Sonntag und vieler unentschlossener Wähler machten die Politiker Wahlkampf bis zur letzten Minute. In der letzten Umfrage vor der Wahl lagen Rot-Grün und Schwarz-Gelb praktisch gleichauf. 6,1 Millionen Menschen sind an diesem Sonntag zur Wahl aufgerufen. Sollte Rot-Grün tatsächlich den Wechsel schaffen, würde sich auch ein neues Machtverhältnis im Bundesrat ergeben, in dem SPD und Grüne dann eine gestalterische Mehrheit hätten. Die Wahl gilt auch als wichtiger Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst.

Die SPD warb am Samstag um die Anhänger von Linken und Piraten, die den Umfragen zufolge nicht in den Landtag von Hannover kommen werden. „Wer Studiengebühren abschaffen, Mietwucher bekämpfen und für Steuergerechtigkeit sorgen will, darf seine Stimme nicht an Linke oder Piraten verschenken“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, der „Welt am Sonntag“. „Nur wenn Stephan Weil und die SPD eine handlungsfähige Mehrheit bekommen, wird es in Niedersachsen einen Aufbruch zu mehr sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Vernunft geben.“

Für den parteiintern massiv unter Druck stehenden FDP-Chef Philipp Rösler könnte der Urnengang in Niedersachsen zur Schicksalswahl werden, denn die Partei muss um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Nachdem sich FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle am Freitag für einen vorgezogenen Parteitag ausgesprochen hatte, hielt sich Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger am Samstag demonstrativ in der Personaldebatte zurück. Personalfragen müssten im Bundesvorstand beraten werden, sagte sie in Benediktbeuern.

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Schröder glaubt an Wechsel

Kommentare zu " Wahlkampf Niedersachsen: Parteien buhlen um knappe Mehrheit"

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  • @ Ich_kritisch
    Zitat : Die Piraten sind nicht mal Träumer, es sind Zerstörer!

    Hier neigen sie eindeutig zu Übertreibung : natürlich sind die Piraten Träumer, eben weil jung, unerfahren, vielen Visionen...
    Aber was und wo haben denn die Piraten bis jetzt zerstört....nichts und nirgendwo, im Gegensatz zu den Nomenklatura-Parteien, insbesondere GRÜNEN !
    Ich selbst bin kein Piraten Wähler, aber fairerweise soll man einer Jungen Partei auch ihre Chancen einräumen und Zeit lassen, sich zu profilieren !
    Wer von vornherein alles Neue ablehnt, der will das Alte behalten...?!
    Und das ist im Fall Deutschland fatal : wir leben bereits seit Jahrzenten in einer politischen Stagnation, in einem politischen Sumpf, in einer politischen Korruption, in einer politischen Dekadenz, in einem politischen Lug und Trug.....
    IN EINER TOTALEN POLITISCHEN VERNEBELUNG !

    Deshalb ALTERNATIV WÄHLEN !

  • Zitat: Was ist an den Piraten schlechter, als bei den LINKEN oder GRÜNEN ?

    Alles!
    Wer die Linken wählt weiß das er eine Gruppierung wählt die Schulden machen wird um den unteren Klassen etwas mehr zu geben und sich selbst sehr viel mehr.
    Wer die Grünen wählt weiß das er eine Gruppierung wählt die Schulden machen wird um den unteren Klassen ein klein wenig mehr zu geben und der Ökoindustrie sehr viel mehr zu geben.

    Wer die Piraten wählt sollte wissen, dass er damit eine Gruppierung wählt die die Wirtschaft zerstören wird. Denn wenn jeder ein BGE von gut 1.000,- Euro fürs Nichtstun erhält, und auch nicht dazu aufgefordert wird etwas zu tun, dann wird Deutschland 1. in Schulden versinken und 2. die Wirtschaft abwandern, denn Löhne sind dann nicht mehr bezahlbar.

    Die Piraten sind nicht mal Träumer, es sind Zerstörer!
    Schwarmintelligenz gab es noch nie! ein Blick zurück in der Geschichte - wo war die Schwarmintelligenz 1936?

  • @ G.N.

    Die Piraten wollen laut ihrer Aussagen nicht an die Regierung, sie wollen erstmal von sich aus in die Opposition ! Was ist an den Piraten schlechter, als bei den LINKEN oder GRÜNEN ?

    Zitat : "Was unser Land dringend benötigt, dass ist eine Partei, die vielleicht schon besteht, die unbeirrbar kämpft für den Rechtsstaat, die Werte des GG und damit für das deutsche Volk."

    Wie heisst diese Partei, die würde ich sofort wählen ...!

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