Wahlkampf
Schröder spottet über Unions-Strategie

Die Kampfansage der CDU/CSU lässt Gerhard Schröder kalt. Nach einer Woche voller brutto-netto-Fehler und schlechter Umfragewerte sieht sich der Kanzler im Vorteil und spricht von einem Eigentor der Union. Indes läutete Angela Merkel unbeirrt ihre bundesweite Wahlkampftour ein.

HB BERLIN. Die Union ist nach den Worten von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) dabei, die eigene Kanzlerkandidatin "zu demontieren". Wer die Messlatte für den Wahlerfolg so hoch hänge, wie dies CSU-Chef Edmund Stoiber tue, "schafft die Voraussetzung für Schuldzuweisungen nach dem Wahltag", sagte er Besuch der SPD-Wahlkampfzentrale in Berlin. Offenbar dächten Stoiber und andere Unionspolitiker schon jetzt daran, CDU-Chefin Angela Merkel nach der Bundestagswahl am 18. September auszuwechseln.

Der Kanzler sprach von einer nicht "abreißenden Fehlerserie" der Union, die nun "die vorläufige Krönung" erreicht habe. Stoiber hatte dem Magazin "Stern" gesagt, dass das Potenzial der Union bei der geplanten Bundestagswahl "bei 42 bis 45 Prozent" liege. CSU-Generalsekretär Markus Söder hatte diese Vorgabe später bekräftigt. Mit Stoiber hatte die Union bei der Wahl vor drei Jahren 38,5 Prozent erzielt.

Der Kanzler zeigte sich vor den über 200 Mitarbeitern der Wahlkampfzentrale "Kampa" im Willy-Brandt-Haus überzeugt, dass die SPD am 18. September wie 2002 wieder "die Nase vorn" haben werde. Das Umfragetief liege hinter den Sozialdemokraten. Er halte es mit dem Spruch aus seiner niedersächsischen Heimat: "Am Ende sind die Enten fett."

Energisch gegen großen Koalition

Zur Ankündigung der Unions-Spitze, sich jetzt im Wahlkampf mit der "negativen Bilanz" der rot-grünen Bundesregierung auseinander zusetzen, sagte der Kanzler: "Es gibt keine negative Bilanz". Es sei aber gut, "dass die Opposition endlich aufgewacht ist. Damit können wir jetzt hoffentlich einen argumentativen Wahlkampf austragen."

Indes startete CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel in Essen ihre bundesweite Wahlkampftour. Vor rund 3000 Zuhörern in der Innenstadt kritisierte Merkel vor allem die Arbeit von Rot-Grün und hob Ziele ihres Regierungsprogramms hervor. Als Faktor für Wohlstand in der Zukunft nannte sie deutliches wirtschaftliches Wachstum. In einer großen Koalition sei dieses Ziel nicht erreichbar. Essen war Auftakt zu einer Wahlkampftour mit rund 50 Großveranstaltungen.

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