Wahlkampf-Strategie
Grüne stellen sich auf Opposition ein

Während die SPD eifrig streitet, haben die Grünen bereits resigniert. Die Parteispitze rechnet bei der anstehenden Bundestagswahl offenbar mit einer klaren Niederlage. Die aktuellen Querelen der Sozialdemokraten hätten auch die letzten Chancen der Koalition dahinschwinden lassen.

HB BERLIN. "Wenn man ehrlich ist, wird die SPD nach heutigem Stand am Wahlabend nicht genügend in die Waagschale werfen können, um Rot-Grün fortzusetzen", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der "Financial Times Deutschland". Darum setzte die Partei auch auf einen eigenständigen Wahlkampf unabhängig von der SPD.

"Da kämpft jeder für sich", so Göring-Eckardt weiter. Zielgruppe für den Wahlkampf seien auch rot-grüne Wechselwähler. Die Grünen würden aber auch im Fall einer Wahlniederlage in der Opposition gebraucht. Göring-Eckhardt reagierte mit ihren Äußerungen auf die derzeitige Zerstittenheit der SPD. Man stelle sich darauf ein, dass die Sozialdemokraten Schwierigkeiten in den eigenen Reihen haben, sagte die Grünen-Politikerin.

Der Kritik führender SPD-Politiker an Bundespräsident Horst Köhler wollen sich die Grünen anscheinend nicht anschließen. "Ich zähle nicht zum Köhler-Fanclub, aber diese Pauschalkritik, dass der Bundespräsident hier irgendetwas hintertreibt, kann ich nicht teilen", sagte Ost-Sprecher der Grünen Peter Hettlich in der "Leipziger Volkszeitung". Der grüne Abgeordnete aus Sachsen riet den Sozialdemokraten, zunächst "in ihren eigenen Reihen und bei ihrem Führungspersonal auf Ursachensuche zu gehen, bevor sie auf anderen Leuten herumprügeln".

Weiter ist er der Ansicht, dass "von der SPD ein Sündenbock gesucht" werde für eigene Versäumnisse. "Die ganze Art und Weise, wie die Neuwahlen ins Spiel gebracht wurden, war nicht abgestimmt, weder innerhalb der Partei noch mit dem Bundespräsidenten", kritisierte der Grüne. Deshalb gebe es Irritationen in der SPD.

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