Wahlkampfstrategie
Schröder lässt Wirtschaft außen vor

Um jede Stimme will Gerhard Schröder kämpfen. Dabei hat er die Unterstützung vieler großer Freunde bereits verloren. Lediglich B-Promis aus der Wirtschaft schickten ihre Glückwünsche zum Wahlparteitag der SPD nach Berlin. Tatenlos sieht der Kanzler zu, wie sich immer mehr deutsche Top-Manager um Herausforderin Angela Merkel scharen.

co DÜSSELDORF. Mut machen wollte Gerhard Schröder auf dem SPD-Wahlparteitag. Mit seiner Rede musste er die Stimmung heben - trotz schlechter Umfragewerte und innerer Zerrissenheit der Partei. "Ich sage, nichts ist entschieden. Lasst Euch nicht ins Bockshorn jagen", rief Schröder in die Reihen der Delegierten. "Wenn wir in den nächsten beiden Wochen gemeinsam alle Kräfte mobilisieren, wenn wir um jede Stimmen kämpfen, werden wir unser Ziel erreichen."

Eindeutig nicht erreicht hat Schröder in diesem Wahlkampf die deutsche Wirtschaftselite. Die lässt sich in Erwartung eines Unions-Sieges lieber mit Angela Merkel sehen. Beim Reitsportturnier in Aachen traf sich die CDU-Chefin mit einer ansehlichen Auswahl der deutschen Wirtschaftskompetenz. Positiv dürfte dabei auch ihre Entscheidung aufgenommen worden sein, den früheren Siemens-Chef Heinrich von Pierer an ihrer Wirtschaftspolitik zu beteiligen.

Beim Wahlparteitag der SPD hingegen spielten die Belange der Top-Manager keine große Rolle. Schröders Strategie zielt jetzt auf den kleinen Mann. Auch im restlichen Wahlkampf sind keine Treffen Schröders mit den Spitzen der deutschen Wirtschaft geplant. Die Kluft zwischen dem einstigen "Genossen der Bosse" und den Chefetagen wird größer.

"Initiative Wirtschaft für Gerhard Schröder"

Daran ändert auch eine ganzseitige Anzeige in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" nichts, in der am Mittwoch eine „Initiative Wirtschaft für Gerhard Schröder “ um Vertrauen für den Kanzler wirbt. "Gerhard Schröder ist ein Kanzler, der mit großem Mut und beachtlichem Stehvermögen die notwendigen Veränderungen bewirkt hat", heißt es darin. Es sind jedoch nicht Konzernchefs von Eon, Thyssen-Krupp und BASF, die sich hier zu Kanzlerfreunden erklären. Mit Ausnahme von Tourismus-Unternehmer Vural Öger, der Steag-Manager Alfred Tacke und Christoph Gottschalk dürften die übrigen vornehmlich in ihren Branchen bekannt sein.

Seite 1:

Schröder lässt Wirtschaft außen vor

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%