Wahlprofil: Edelgard Bulmahn
Schick und stur

"Mach?s kurz, Edelgard", musste sich Bundesbildungsministerin Bulmahn vom Kanzler im Kabinett einst sagen lassen - das war, als der Kanzler die weichen Themen Bildung und Forschung noch nicht als prestigeträchtig identifiziert hatte. Doch die Westfälin blieb stur: Heute kommt der Kanzler sogar zum Ganztagsschul-Kongreß.

Schließlich ist das von "Edelgard" gegen den zähen Widerstand der unionsgeführten Ländern durchgedrückte Programm für Ganztagsschulen ein wichtiges Pfund im Kampf um die Wähler. Darüber gerät ihre große Niederlage fast in Vergessenheit: Bulmahns Verbot von Studiengebühren kippten die Verfassungsrichter, so dass das Studium in manchen Unionsländern bald Geld kosten wird. Das Gezerre mit den (Unions-)Ländern wurde zum Markenzeichen der Ära Bulmahn: hier die eifersüchtig ihren Vorgarten verteidigenden Länder - da die aus Ärger über die offenkundigen Defizite erzürnte, teils oberlehrerhaft agierende gelernte Studienrätin. Erst in Letztere Minute brachte sie die Exzellenz-Initiative unter Dach und Fach - und beschert so den Forschern der besten Universitäten künftig einen warmen Geldsegen des Bundes. Ministerin einer großen Koalition wird die stets auffallend schicke Parteilinke wohl kaum - dem Bundestag bleibt sie erhalten. 2002 fuhr sie mit 56 Prozent nicht nur das beste Direktwahlergebnis aller Minister ein, sie steht auch auf Platz zwei der Landesliste. Direkt hinter dem Kanzler.

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