Wahlprofil
Grüne Liberale

Auch wenn, wie Franz Müntefering sagt, Opposition "Mist" ist: Christine Scheel wird das wahrscheinliche Ende der Regierungsbeteiligung ihrer Partei wenig anhaben. Die 48-jährige Bundestagsabgeordnete der Grünen wird wohl finanzpolitische Sprecherin ihrer Fraktion bleiben - außer, die Grünen schaffen die Fünf-Prozent-Hürde doch nicht. "Es wird wichtig sein, dass wir gleich zu Anfang als Premium-Opposition punkten können", begründet sie ihre Erwartung, dass die Grünen sie als bewährte Steuerfachfrau halten werden.

In der Opposition schärfte die Profipolitikerin das Profil des liberalen Grünen-Flügels. Ende der 80er Jahre hatte sie noch gegen ihren Parteiausschluss kämpfen müssen, weil sie für einen niedrigeren Spitzensteuersatz eintrat. Nach 1998 setzte sie dies mit Rot-Grün um. Kämpfen um ihren guten Ruf musste sie in dieser Legislaturperiode, als die Grünen plötzlich entdeckten, dass sie für wenig Sitzungsgeld neben anderen Politikern im Beirat zweier Versicherungen saß - Mandate, die sie aufgab. Anlass für die innerparteilichen Attacken war offenbar ihre vehemente Ablehnung der Vermögensteuer. Wegen der verschuldeten Haushalte tritt Scheel, die zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe hat, dafür ein, Steuersenkungen komplett durch Subventionsabbau zu finanzieren.

Die Tochter eines Steuerberaters, ist Sozialwissenschaftlerin. Zum Steuer-Thema brauchte sie die Kommunalpolitik. Denn: "Am Ende jeder Sachdebatte taucht die Frage nach dem Geld auf", sagt sie.

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