Wahlprofil
Günther Beckstein - Das CSU-Schwergewicht

Günther Beckstein steht kurz vor seinem größten Karrieresprung. Für den Fall eines schwarz-gelben Wahlsieges macht ihm innerhalb der Union das Amt des Bundesinnenministers niemand mehr streitig.

Die Liberalen, die ebenfalls mit dem Posten geliebäugelt hatten, watschte der 61-jährige CSU-Politiker vor ein paar Tagen noch einmal kräftig ab: "Wir brauchen einen Innenminister in Deutschland, der für Recht und Ordnung steht, und nicht einen, der von innerer Sicherheit keine Ahnung hat", giftete der bayerische Innenminister in Richtung von FDP-Chef Guido Westerwelle. Wer für den Job in Berlin in Frage kommt, steht aus Sicht des gebürtigen Franken außer Frage: Er selbst natürlich.

Während Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) schon einen neuen Beckstein sucht, vergeht kaum ein Tag im Wahlkampf, an dem dieser nicht schärfere Sicherheitsgesetze ankündigt. Ob es sich um den genetischen Fingerabdruck als Standard oder die Ausweitung der Videoüberwachung handelt, Beckstein spielt virtuos auf der Sicherheitsklaviatur. Kein Thema lässt er aus: Zuletzt forderte er vehement den Einsatz der Bundeswehr im Inland bei der Weltmeisterschaft 2006.

Den Weg von München nach Berlin könnte nur noch die große Koalition aus Union und SPD verbauen. Der amtierende Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) steht Beckstein in puncto Sicherheit und im Einsatz beim Kampf gegen den Terror in nichts nach. Und Schily, der als politisches Schwergewicht im Kabinett Schröder gilt, denkt nicht ans aufhören. Privat unterhalten Beckstein und Schily jenseits der zur Schau gestellten Differenzen zwar ein freundschaftliches Verhältnis. Die Freundschaft dürfte aber nicht so weit gehen, dass Schily dafür auf seinen Ministerposten verzichtet - vor allem nicht vor der WM 2006.

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