WAHLPROFIL
Jörg Schönbohm: General und Landesminister mit Ambitionen

Selbstbewusst ist er ja, der Ex-General Jörg Schönbohm (CDU). Er sehe in einer militärischen Laufbahn kein Hindernis für die Berufung zum Verteidigungsminister, sagte Brandenburgs Innenminister - und brachte sich damit wieder selbst als möglichen Chef des Ressorts in Erinnerung, sollte die Union die Wahl gewinnen.

"Wenn jemand etwas von der Sache versteht, sollte das nicht von Schaden für ihn sein", sagt der 68-Jährige. In der Tat weiß kein anderer in der Union so viel über die Streitkräfte wie Schönbohm. Gleich nach dem Abitur war er in die Bundeswehr eingetreten. In den 90er-Jahren diente er als Inspekteur des Heeres und Rüstungsstaatssekretär, organisierte die Integration der Nationalen Volksarmee.

Schönbohm wäre der erste General im Amt des Verteidigungsministers. Er gibt sich gern als Mann offener und scharfer Worte, gepaart mit Hochmut, was manchmal kräftig daneben geht. Nach seiner These von der Proletarisierung der einstigen DDR-Bürger als Grund für Gewalt und Wegschauer-Mentalität galt er selbst bei seinen Parteifreunden für höhere Ämter verbrannt. Schönbohm entschuldigte sich, gab vier Wochen kaum einen Mucks von sich - und jetzt taut er wieder auf. Ob seine Begehrlichkeiten in der Union Gehör finden, ist fraglich. Der wirkliche Rückhalt in der Partei fehlt ihm. Viel dürfte davon abhängen, ob die Unionskollegen dem angeblich ersten Kandidaten für das Amt, CSU-Landesgruppenchef Michael Glos, den Job schmackhaft machen können.

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