Wahlprofil
Katja Kipping - Girl unter Greisen

Bei der PDS, neuerdings Linkspartei, hat das schon irgendwie Tradition: Es gibt da immer eine Frau, über die alle ständig dumme Sprüche machen.

ms DÜSSELDORF. Da war die blonde "Miss Bundestag" Dagmar Enkelmann, heute stellvertretende Bundesvorsitzende. Da war das "schönste Gesicht des Sozialismus", die ebenso gepflegte wie gruselige Sarah Wagenknecht. Heute ist das wieder so. Sie heißt Katja Kipping, ist 27 Jahre alt und stellvertretende Bundesvorsitzende.

Seit sechs Jahren sitzt die Slawistin im sächsischen Landtag. Doch aller Voraussicht nach wird sie ab Herbst im Bundestag sitzen. Die sächsische PDS hat sie nach dem Rückzug des Tatort-Kommissars Peter Sodann als Spitzenkandidatin nominiert.

Für die Linkspartei ist Kipping in jeder Hinsicht ein Glücksfall. Zum einen, weil sie über einen unerfreulichen Befund hinwegsehen hilft: Die PDS ist eine Partei von Greisen. Zwei von drei ihrer Mitglieder sind über 60. Jedes Jahr sterben der Partei Tausende Mitglieder weg. Es gibt mehr Rentner in der PDS als Schüler, Studenten, Arbeitslose, Auszubildende und Berufstätige zusammen.

Wichtig ist Kipping für die Linkspartei aber nicht nur aus optischen Gründen: Sie braucht Leute wie sie, um sich neue Wählerschichten zu erschließen. Kipping ist jung, gesamtdeutsch vorzeigbar und mit ihren ökopazifistischen Positionen anschlussfähig für alle von den Grünen enttäuschten Junglinken.

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