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Struck - Die Wunderwaffe

Am Ende könnte Peter Struck der einzige Minister des jetzigen rot-grünen Kabinetts sein, der seinen Job in die nächste Legislaturperiode hinein verteidigt: Sollte es eine große Koalition geben, werden dem Bundesverteidigungsminister gute Chancen nachgesagt, an seinen Schreibtisch im Berliner Bendler-Block zurückzukehren.

Noch vor einem Jahr rätselte die Republik über die Gesundheit des 62-Jährigen. Ein Schwächeanfall, hieß es erst - der sich später als leichter Schlaganfall entpuppte. Heute scheint Struck wieder fit zu sein, doch die prüfenden Blicke um sich herum ist er nicht wieder los geworden. So mutet er sich, als wollte er die Zweifler eines Besseren belehren, zu "meinen Soldaten" auch durchaus mal einen 24-stündigen "Durchhaltetrip" nach Afghanistan zu. Legendär ist sein Satz, "Deutschland wird künftig auch am Hindukusch verteidigt".

Das Stehaufmännchen galt lange als eine Art unangreifbare Wunderwaffe. Struck war Fraktionschef der SPD und ersetzte 2002 zunächst völlig unfreiwillig Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping. Vor seinem Schlaganfall machten Spekulationen die Runde, er sollte Finanzminister werden oder sogar Bundeskanzler. Struck selbst hielt nichts davon. Er sei mit seinem Amt "höchst zufrieden", ließ er wissen. Er habe sich "eine Aufgabe vorgenommen, die man getrost als die größte Reform in der 50-jährigen Geschichte der Bundeswehr bezeichnen kann". Die würde er gern zu Ende führen. Vier Jahre bräuchte er mindestens noch dafür.

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