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Walter Riester - Aus der Rente

Soll das der von vielen erwartete Generationswechsel sein? Als Ex-Arbeitsminister Walter Riester, inzwischen fast 62-jährig, im Juli auf einen sicheren Listenplatz der baden-württembergischen SPD gehievt wurde, gab es an der Basis nicht nur begeisterte Reaktionen.

HB/doe DÜSSELDORF. Als einfacher Abgeordneter hatte der Schwabe in dieser Legislaturperiode zwar eifrig im Entwicklungsausschuss mitgearbeitet. Öffentlich trat der Vater der staatlich geförderten Alterspolice aber selten in Erscheinung, seit ihm Kanzler Schröder vor drei Jahren eine zweite Amtszeit als Rentenminister verwehrte.

Nun steht Riester wieder im Rampenlicht: Der IG-Metaller hat einen Aufruf von 300 Betriebsräten und Gewerkschaftern für die SPD organisiert. Vordergründig richtet sich das Papier gegen die Union. Doch politisch wichtiger ist die Absage an die Linkspartei, die "keine ernsthafte Alternative" sein könne. Viele Gewerkschafter sympathisieren nämlich mit Gysi und Lafontaine. Und das bringt Riester in Rage.

So konventionell sein Äußeres wirkt, gehörte der gelernte Fliesenleger immer zu den Modernisierern in der IG Metall. Für seine Rentenreform riskierte er den Bruch mit dem Traditionalisten Jürgen Peters. Die Agenda 2010 hat Riester unterstützt. Trotzdem pflegt der eigenbrötlerische Selfmademan eine innere Distanz zu Schröder. Bei der Vertrauensfrage im Bundestag stimmte er unbotmäßig mit "Ja", und auf Auftritte von Parteiprominenz verzichtet er in seinem Wahlkreis weitgehend. Im nächsten Bundestag plant Riester ein Comeback: Er will sich wieder um die Sozialpolitik kümmern.

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