Wahlrecht-Schlappe
Union will noch im Herbst mit der Opposition über Wahlrecht verhandeln

Noch im August will die Union über Änderungen am verfassungswidrigen Bundestagswahlrecht verhandeln. So soll noch dieses Jahr eine Grundlage für die Wahl 2013 vorliegen, damit diese „rechtlich auf sicheren Füßen steht.“
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Nach dem Karlsruher Urteil zeichnen sich schwierige Verhandlungen der Parteien über ein neues Wahlrecht für den Bundestag ab. Die SPD stellte klare Bedingungen für die Neufassung.

„Das Bundesverfassungsgericht hat Überhangmandate erstmals für verfassungswidrig erklärt“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, der „Frankfurter Rundschau“. „Wir werden mit dem Vorschlag, alle Überhangmandate auszugleichen, in die Verhandlungen gehen“, sagte Oppermann der Zeitung.

Das Bundesverfassungsgericht hatte am Mittwoch die von der schwarz-gelben Koalition im Alleingang beschlossene Reform des Wahlrechts gekippt. Die Richter beanstandeten Verzerrungen durch zu viele Überhangmandate und widersinnige Effekte bei der Berechnung der Abgeordnetensitze.

Damit gibt es derzeit kein gültiges Wahlrecht für den Bundestag. Eine Neuregelung muss spätestens bis zur Wahl im Herbst kommenden Jahres vorliegen. Die Koalitionsparteien hatten erst Ende 2011 das neue Wahlrecht gegen die Stimmen der Opposition beschlossen.

Die Regierungskoalition will so schnell wie möglich zu einem neuen Wahlgesetz kommen. „Unser Angebot steht, bereits Ende August/Anfang September mit den anderen Fraktionen in die politischen Verhandlungen zum Wahlrecht einzutreten“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Große-Brömer (CDU), der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Auf Arbeitsebene werde das neue Gesetz sofort in Angriff genommen.

Der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Jerzy Montag, sagte der „Berliner Zeitung“ (Donnerstag), eine Neuregelung sei keine Frage der Zeit, sondern des guten Willens. „Ein demokratisches und verfassungsmäßiges Wahlrecht kann bis zum Jahresende im Bundesgesetzblatt stehen.“

Dazu müssten Union und FDP aber „auf Pfründe verzichten und sich zur Gleichheit und Chancengleichheit der Wahl bekennen“. Er sehe nun „eine echte Staatskrise, weil wir nicht jederzeit zu einer Neuwahl des Bundestags schreiten könnten.“

Die Richter beanstandeten vor allem den Effekt des sogenannten negativen Stimmgewichts. Demnach kann es dazu kommen, dass die Abgabe einer Stimme der jeweiligen Partei bei der Berechnung der Abgeordnetenzahl im Ergebnis schadet. Grund hierfür ist die Bildung von Sitzkontingenten in den einzelnen Bundesländern.

Die Richter bemängelten außerdem, dass das Wahlrecht die Möglichkeit zahlreicher Überhangmandate schafft. Solche Zusatzmandate entstehen, wenn die Kandidaten einer Partei mehr Wahlkreise direkt gewinnen, als dem Stimmenanteil der Partei bei den Zweitstimmen entspricht.

Diese Mandate kommen tendenziell den großen Parteien zugute - bei der Bundestagswahl 2009 gingen alle 24 an die Union. Als Höchstgrenze nannte Karlsruhe etwa die Hälfte der Zahl von Abgeordneten, die für die Bildung einer Fraktion erforderlich ist - derzeit also etwa 15.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich wundere mich darüber, dass es in einem Land, in dem es u.a. Millionen von Akademikern gibt, nach wie vor keinen maßgeblichen gesellschaftlichen Stream dafür gibt, das Zweitstimmensystem wegen seiner unbestreitbaren Demokratiefeindlichkeit abzuschaffen.

    Völlig normal scheint es für alle zu sein, dass vom Großkapital korrumpierte Parteiführungen es in ihren Händen halten, zu bestimmen, welche Mitglieder ihrer Parteien eine Chance erhalten, über das Zweitstimmensystem in ein Parlament einzuziehen - und diese Macht nutzen, um jedem Fraktionsmitglied klar zu machen: "Wenn Du nicht so abstimmst, wie wir es Dir sagen, dann wirst Du nach der nächsten Wahl nicht mehr im Parlament sein!"

    Siehe dazu die Worte des Dortmunder SPD-MdB Marco Bülow, der nur deshalb noch im Parlament sitzt, weil die örtliche Partei-Basis hinter ihm steht und er ein Direktmandat hat:

    http://www.marco-buelow.de/medien-service/eigene-veroeffentlichungen/wir-abnicker.html

    Deutschland - ein Volk der Dichter und Denker???

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    http://belljangler.wordpress.com/zeugungsverweigerung-als-mittel-des-widerstandes/

  • Die Ansprechpartner ist nicht die Opposition, die sich Frau Merkel vorstellt; denn das Ganze hat schließlich eine Lösung zu bringen, und die kann nur im Parlament vonstatteng gehen, weniger im Hinterzimmer.

    Frau Merkel, Bundeskanzlerin, wann lernen Sie eigentlich Demokratie?

  • Jeder unbeshcoltene Bürger sollte Waffen besitzen dürfen. Wie in der Schweiz z.B. Es ist statistisch erwiesen, dass die Gewaltkriminaität in den Staaten steigt, in denen der private Waffengebrauch verboten wurde. Warum? Die Ganster danken es den Politikern. Jeder Bürger darf auch Auto fahren, obwohl damit nicht nur jährlich Millionen Verkehrstote in Kauf genommen werden, nein es werden auch menschen damit ermordet. Genauso mit Küchenmessern, giftigen Reinigungs- und Putzmitteln, mit denen man auch Bomben bauen kann, mit giftigen Gartenpflanzen die in jedem Standardgarten wachsen, usw. usw.
    In jeden despotischen Staat wurden zuvor die Bürger entwaffnet. Damit diese sich bei den kommenden Menschenrechtsverletzungen nicht mehr wehren konnten.
    "Nicht der Bürger sollte Angst vor dem Staat haben, sondern der Staat vor dem Bürger."

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