Wahlschlappe in Stuttgart CDU streitet nach OB-Wahl um Modernisierung

Die CDU hadert mit ihrer Schwäche in Großstädten. Bei der OB-Wahl in Stuttgart setzte sie ihre Pleitenserie fort. Innerhalb der Partei gibt es verschiedene Auffassungen über das weitere Vorgehen.
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Klarer Verlierer der OB-Wahl am Sonntag: Der von der CDU nominierte, parteilose Werbeunternehmer Sebastian Turner. Quelle: dpa

Klarer Verlierer der OB-Wahl am Sonntag: Der von der CDU nominierte, parteilose Werbeunternehmer Sebastian Turner.

(Foto: dpa)

StuttgartNach der verlorenen OB-Wahl in Stuttgart ist in der CDU ein Streit über eine Modernisierung der Partei ausgebrochen. Der frühere Generalsekretär Heiner Geißler forderte eine grundlegende Erneuerung und Ausrichtung der Partei auf die Linie ihrer Vorsitzenden und Kanzlerin Angela Merkel. „Der Kurs von Angela Merkel, die CDU als eine moderne Volkspartei zu präsentieren, ist absolut richtig“, sagte Geißler den „Ruhr Nachrichten“ (Dienstag). Aber: „Es gibt immer noch zu viele konservativ-neoliberale Kräfte, die altmodischen Positionen nachhängen.“

Auch der Stuttgarter CDU-Fraktionschef Peter Hauk bemängelte: „Die CDU wird zu stark mit einem konservativen Profil verbunden.“ Um Wähler in Großstädten wieder besser zu erreichen, müsse die Union viel mehr auf den gesellschaftlichen Wandel eingehen. „Die CDU muss endlich die Wandlung zur Volkspartei des 21. Jahrhunderts vollziehen“, sagte Hauk der Nachrichtenagentur dpa.

Dagegen warnte der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach seine Partei davor, sich bei den Grünen-Wählern anzubiedern. „Die Union wäre gut beraten, nach dem Ergebnis in Stuttgart keine grünen Fantasien zu pflegen“, sagte er den „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstag). „Die Bürger wählen das Original, nicht das Plagiat.“ Die Union müsse sich treubleiben und „nicht auf der Suche nach dem Wechselwähler den Stammwähler vergessen“.

„Den Grünen nachzulaufen, wäre der falsche Weg“
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16 Kommentare zu "Wahlschlappe in Stuttgart: CDU streitet nach OB-Wahl um Modernisierung"

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  • hat die CDU, denn wirklich die "Köpfe" die diesem Land eine zeitgerechte Struktur geben können?

    Oder stehen sie für ein WEITER SO irgendwie, nach dem Motto Augen zu und durch.

    Heute Politik zu betreiben, bedeutet die Fehler der Vergangenheit zu beheben (soweit diese Verstanden werden) Man befindet sich permanent in der Verteidigung somit bleibt die notwendige Weichenstellung für die Zukunft aus.






  • ICh kann Ihnen nur zustimmen margrit117888. Genau da liegt das Problem der CDU. Und wenn diese sich hier nicht schleunigst bewegt, wird sie wie die SPD nach einem Jahrzehnt Siechtum in der Versenkung verschwinden. Eine Volkspartei, die sich nicht um die Probleme des breiten Volkes schert, ist eben keine Volkspartei sondern eine Splitterpartei.

  • Herr Geißler sollte etwas stiller sein.
    Seine Tiraden sind alles andere als zielführend.
    Herr Geißler war nie ein wirklicher CDU-Mann.
    Und konservativ heißt ja nicht altmodisch.
    Aber in unsrem Land sind ja gar keine bürgerlich-konservativen Werte mehr und sie sind auch nicht erwünscht.
    Wo eine CDU den Rel.-Unterricht in den Schulen abschafft wie in Berlin, aber jeden Protzmoschee-Bau unterstützt, ist für das bürgerliche Klientel tatsächlich keine Heimat mehr
    Und eine Merkel-CDU, die mehr und mehr einer SED ähnelt, alles verosten will, kommt eben bei der bürgerlichen Mitte nicht mehr an
    Wir brauchen keine Quoten, wir müssen auch nicht die Frauen zum Arbeiten jagen, das soll jeder für sich entscheiden.
    Wir müssen aber Frauen die Möglichkeit geben nach 3 Jahren Erziehugszeit problemlos wieder arbeiten zu können. Hier ist auch die Wirtschaft in der Pflicht, das hätte die CDU längst tun können. Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft dann sagt, nach drei Jahren Pause seien die Fauen alle dumm. Hier wäre längst Handlungsbedarf gewesen für die CDU
    Die Grünen-Wähler wachen dann auf, wenn in den Schulen die Islamisierung immer weiter fortschreitet und Deutsche mehr und mehr an den Rand gedrängt werden.
    Merkel war der größte Irrtum der CDU
    Und solche Kreischer nach Göppels-Manier wie ein Herrn Kauder, sind nur noch unerträglich, ebenso wie diese sozialistischen v. d. L.
    Die Verostung muß zurück genommen werden
    Und Herr Laschet, der sich zu Wort meldet? Er hieß doch in der Rüttgers-Regierung nur Türken-Laschet. Also Umdenken udn zwar zum Wohle aller

  • Quentin_Quencher
    Ihrem Beitrag kann ich in großen Teilen zustimmen

  • Die CDU muss nicht grüner werden, sondern konservativer. Sie muss klare konservative Positionen vertreten und nicht als ein Derivat der Grünen auftreten. Denn im Zweifel wird das original gewählt, nicht die Kopie. Bestes Beispiel dafür ist die SPD.

    Würde die CDU echte Wertkonservative Positionen vertreten und Politik für die Bürger dieses Landes machen, würde sie auch gewählt. Solange aber Positionen willkürlich um 180° gedreht werden, die Interessen von Banken, Versicherungen und Großkonzernen im Handlungsfokus der Union stehen, wird es auch nichts mit den Wahlen.

    Ein sehr schönes Beispiel hierfür ist das Gegenwärtige Gezanke um die Rente. Wir zahlen hier in Deutschland mit aktuell 19,6% des Bruttoeinkommens einen sehr hohen Beitrag für die Altersvorsorge. Gleichzeit ist trotz des hohen Beitrags die Rente alles andere als auskömmlich. In anderen Ländern sind die Beiträge deutlich niedriger, das Rentenniveau jedoch höher. Da stellt sich die Frage nach dem warum? Die Union hat darauf keine Antwort, genau so wenig wie alle anderen Parteien. Denn unser Rentensystem schreit nach einer grundlegenden Reform, die keine Partei angehen möchte.

    Dafür ist die Union, ähnlich wie alle anderen Parteien, einer der größten Kostentreiber für die Bürger. Wohnungen werden wegen des Klima- und Dämmwahns teurer, Mobilität wird täglich teurer, ebenso Lebensmittel und andrer Dinge des täglichen Bedarfs. Die Einkommen steigen hingegen nicht und wenn doch, dann wird das mehr per kalte Progression weggesteuert. Wer eine Politik des Lohndumpings kombiniert mit steigenden Abgaben in Sozialsystem und Steuern betreibt, braucht sich nicht wundern, wenn die Wähler ausbleiben. Selbiges gilt auch für den Rückgang der Geburten. Durch die Politik der vergangenen 10 Jahre (Arbeitsplatzunsicherheit, Reallohn- und Kaufkraftverlust etc.) sinken logischerweise auch die Geburtenraten. Wenn ein Kind zum Armutsrisiko mutiert, bekomme ich eben keines - schlecht für das Rentensystem.

  • Wenn die CDU modern wird, dann ist sie nicht mehr die CDU.
    Genauso wie die SPD, die, wenn sie vernünftige Politik macht, keine SPD mehr ist.

  • Ich habe den Zustand der CDU so kommentiert:

    „Das Problem der CDU ist das selbe welches die SPD schon länger hat: Sie ist in die Grüne Falle gegangen, hat Argumentationen und Vorstellungen der Grünen übernommen. Die Unterschiede die wahrgenommen werden, sind so gering, dass ein Unterscheidungsmerkmal zwischen den politischen Lagern fehlt“
    (Glitzerwasser: Schwarze Denkfehler)

    Heiner Geißler hat völlig unrecht, wenn er meint nur eine grüne CDU hätte eine Zukunft. Das Gegenteil ist der Fall. Ich denke aber auch, die Probleme sitzen viel tiefer und haben keinesfalls nur mit der CDU zu tun. Es betrifft praktisch alle politischen Akteure.

    Zur Zeit dominieren grüne Nachhaltigkeitsvorstellungen, diese sind in alle Parteien diffundiert, und alle springen nun im Kreis orientierungslos herum, wie eine aufgeschreckte Hühnerschar. Nur die Grünen können sich freuen.

    Wenn CDU/SPD etc. wieder auf die Beine kommen wollen, müssen Sie Alternativen zu diesem derzeitigen grünen Mainstream anbieten. Da gäbe es einige. Des "Technium" nach Kelly zum Beispiel (Artikel dazu in Novo-Argumente oder Glitzerwasser). Selbst für die digitale Zukunft verspricht dieses Narrativ des Techniums einen positiven Ausblick und könnte sogar eine Brücke zwischen den derzeit verfeindenden Lagern sein, wie Sascha Lobo im SPON meint.

  • Man muß sich nur wundern, wie man im HighTech-Ländle mit seinen für ihre Sparsamkeit bekannten Bewohnern eine mittelmäßige, technisch unzulängliche U-Bahnhaltestelle zum Preis eines Protzbaus hinschustert, die staunend-zahlenden Bürger jahrelang mit halbgaren Falschaussagen schlicht anlügt, Milliarden für einen nutzlosen Firmenkauf ausgibt und dann noch meint gewählt werden zu müssen. Logischerweise sind es dann auch nicht die Spontanverweigerer, Biofuzzis oder Sozialverdrücker gewesen, die nicht mehr die sog. Konservativen gewählt haben, sondern die ordentlich verdienenden Mittelschichten. Vetternwirtschaft, dumpfbackene Führungsgläubigkeit und abgeschaltete eigene Meinung sind derzeit kennzeichnend für die derzeitige Funktionärsriege der ehemaligen Musterpartei. Das muß aber entweder auch auf andere abfärben oder aus anderem Grund flächendeckend wirken, wie sich an dem knappen Überlebensresultat der ehemals führenden Liberalen erkennen läßt. Traurig.

  • Seit Frau Merkel hat die CDU keinen "bürgerlich-konservativen" Nährwert mehr. Es ist eine "Gröhe / Kauder Theatergruppe", wo Merkel die Peitsche knallt. CDU ist inhaltslos. Wozu soll man die wählen ? Alle fähigen Leute haben der Partei längst den Rücken gekehrt. Frau Merkel hat eine Blockflöte draus gemacht.

  • Ist die CDU wirklich so ab vom Weltlichen, dass Sie nicht merkt, dass die Wähler einfach keinen Bock auf korrupte Politiker wie Mappus haben???

    Da wird jetzt wieder wie im Sandkasten endlos über die Frage diskutiert, ob das Profil nicht stimmte, ob zu viel oder weniger Konservatismus, ob zu viel oder wenig Umweltpolitik, und dabei will der Wähler doch nur eins:

    Geradlinige, geistig aufgeräumte und gebildete Politiker, die sich der Sache verplichten zum Wohl des Volkes, weitestgehend befreit von verbohrter Ideologie jeglicher Art.

    Ist doch gar nicht so schwer, oder???

    Da braucht es nun wirklich keine Beraterschaft.

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