Wahltag in Nordrhein-Westfalen Zitterpartie an Rhein und Ruhr

Die Uhr tickt: Die Menschen in Nordrhein-Westfalen wählen am heutigen Sonntag einen neuen Landtag. Erstmals nach 39-jähriger Regierungszeit könnte die SPD von der CDU abgelöst werden. Doch jüngsten Umfragen zufolge wird es knapp. Im Wahlkampf-Endspurt schmolz der schwarz-gelbe Vorsprung nochmals deutlich.
Eine Wählerin gibt ihre Stimme für die Landtagswahl Nordrhein-Westfalen ab. Viel Wähler wollten sich Umfragen zufolge erst am Wahltag entscheiden. Foto: dpa

Eine Wählerin gibt ihre Stimme für die Landtagswahl Nordrhein-Westfalen ab. Viel Wähler wollten sich Umfragen zufolge erst am Wahltag entscheiden. Foto: dpa

HB DÜSSELDORF. Die Wahllokale in Nordrhein-Westfalen öffneten am Morgen um 8 Uhr die Pforten. Rund 13,3 Millionen Bürger sind zu der Abstimmung aufgerufen. Für den Ausgang der Wahl als wesentlich mitentscheidend angesehen wird die Wahlbeteiligung, die bei der Wahl vor fünf Jahren bei nur 56,7 Prozent lag.

Eine schwarz-gelbe Koalition unter Führung des CDU-Spitzenkandidaten Jürgen Rüttgers würde zudem die letzte rot-grüne Koalition in einem Bundesland verdrängen. Die FDP hat für den Fall einer Niederlage der Regierung unter Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) vorgezogene Wahlen im Bund gefordert.

In einigen größeren Städten wie Köln, Essen, Bielefeld, Münster und Bonn waren in den ersten Stunden zum Teil erheblich weniger Wähler in die Wahllokale gegangen als noch vor fünf Jahren. Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) gab an seinem Wohnsitz in Bonn, begleitet von seiner Ehefrau und seinen beiden Töchtern, seine Stimme ab. Die Wahl sei sehr spannend und ergebnisoffen, sagte er.

Insgesamt bewerben sich 15 Parteien und zahlreiche unabhängige Kandidaten um die mindestens 181 Sitze im Parlament. Umfragen zufolge haben jedoch nur SPD, CDU, Grüne und FDP Chancen auf den Einzug in den Landtag. Bei der vorigen Landtagswahl am 14. Mai 2000 hatte die SPD 42,8 Prozent und die CDU 37,0 Prozent der Stimmen errungen. Die Grünen waren auf 7,1 Prozent und die FDP war auf 9,8 Prozent gekommen.

Die großen Parteien hatten am Freitag und Samstag mit Auftritten prominenter Bundespolitiker versucht, ihre Wähler zum Gang an die Wahlurnen zu motivieren und Unentschlossene auf ihre Seite zu ziehen. "Diese Wahl entscheidet sich auf den letzten Metern. Es gewinnen die, die mobilisieren", beschwor Steinbrück die Zuhörer.

Lange Zeit schien das Rennen entschieden. CDU und FDP führten über Wochen in Umfragen mit rund zehn Prozentpunkten vor dem Regierungslager. Doch in den vergangenen Tagen schmolz der Vorsprung immer weiter.

Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%