Wahltrend
SPD fällt in Umfrage unter 20 Prozent

Der Druck auf Parteichef Gabriel wächst: Während CDU und CSU stabil bleiben und die AfD zulegt, sackt die SPD in Umfragen weiter ab. Wahlforscher Güllner analysiert: SPD-Projekte nutzen nur Minderheiten etwas.

BerlinDer Sinkflug der SPD in Meinungsumfragen hält an. Im Wahltrend von „Stern“ und RTL fiel die Zustimmung für die Sozialdemokraten erstmals seit 24 Jahren unter die Marke von 20 Prozent. In der Umfrage des Forsa-Instituts sackt die SPD im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 19 Prozent ab, wie das Magazin „Stern“ am Mittwoch mitteilte. CDU und CSU verharren bei 34 Prozent.

Die AfD legt um einen Punkt auf elf Prozent zu. Forsa führt das auf die höhere Zahl an Nichtwählern und Unentschlossenen zurück, deren Anteil in der Umfrage um zwei Punkte auf 29 Prozent stieg. Die Grünen gewinnen einen Punkt auf 14 Prozent hinzu. Die Linkspartei liegt stabil bei neun Prozent, die FDP sinkt um einen Punkt auf sieben Prozent.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte, die SPD habe nicht trotz, sondern wegen ihrer Erfolge bei Themen wie Mindestlohn, Rente mit 63 oder der Einschränkung von Leiharbeit die Gunst so vieler früherer Wähler verloren. „Das alles hält zwar eine Mehrheit prinzipiell für richtig – doch wirklich wichtig ist es nur für Minderheiten.“ Die „arbeitende Klasse“ aber, noch immer die Mehrheit der Gesellschaft, fühle sich von der gegenwärtigen SPD nicht mehr vertreten.

Die schlechten Umfragewerte dürften den Druck auf den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel weiter erhöhen. Der Vizekanzler und Wirtschaftsminister steht parteiintern in der Kritik. Die SPD will ihr Wahlprogramm im Frühsommer 2017 beschließen und dann auch über den Kanzlerkandidaten entscheiden. Momentan tobt eine Debatte darüber, wer für die SPD ins Rennen geht.

Gabriel hatte in einem Gespräch mit dem „Spiegel“ gesagt, es wäre „hervorragend“, wenn es im nächsten Jahr „zwei oder drei“ Bewerber für die SPD-Spitzenkandidatur gäbe. Die Partei würde dann per Mitgliederentscheid über die Personalie abstimmen. In der Parteispitze stieß Gabriel damit auf Bedenken. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) lehnt einen Konkurrenzkampf um die Kandidatur ab. „Der SPD-Vorsitzende ist der natürliche Kanzlerkandidat“, sagte Scholz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) an Pfingstmontag.

Die SPD sei eine solidarische Partei, an deren Spitze Zusammenhalt herrsche. „Wir machen uns nicht gegenseitig die Posten streitig.“ SPD-Vize Ralf Stegner unterstützte Gabriels Vorgehensweise, warnte zugleich aber vor einer Personaldebatte. „Wichtig ist, dass wir jetzt nicht anderthalb Jahre über die Kanzlerkandidaten-Frage reden“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er halte Gegenkandidaten zu Gabriel um die Kanzlerkandidatur zudem „zum jetzigen Zeitpunkt" für „eher unwahrscheinlich“. Die Bundestagswahl findet im Herbst des kommenden Jahres statt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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