Wahlumfrage
Union gewinnt neues Vertrauen hinzu

Abschaffung der Wehrpflicht, Atomausstieg und nun Mindestlohn: Viele Konservative sind entsetzt von der Sozialdemokratisierung der CDU unter Kanzlerin Merkel. Doch beim Wähler scheint die Kehrtwende gut anzukommen.
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HamburgDie Union setzt ihren Aufwärtstrend fort. Nach dem am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Wahltrend des Magazins „Stern“ und des Fernsehsenders RTL gewinnt sie zum dritten Mal in Folge einen Punkt hinzu und erreicht mit 34 Prozent ihren besten Wert seit acht Monaten. Die FDP erreicht lediglich zwei Prozent. Die SPD verliert im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte und kommt auf 26 Prozent. Den Grünen wollen unverändert 15 Prozent der Wähler ihre Stimme geben. Je neun Prozent würden sich für die Linke und die Piratenpartei entscheiden, beide legen damit je einen Punkt zu. Für „sonstige Parteien“ ergeben sich fünf Prozent.   

Wären am nächsten Sonntag Bundestagswahlen, hätten SPD und Grüne (zusammen  41 Prozent) zwar einen Vorsprung von 5 Prozentpunkten vor Union und  FDP (gemeinsam 36 Prozent), könnten jedoch alleine keine Regierung  bilden. Die Zugewinne hat die Union laut Forsa-Chef Manfred Güllner vor  allem Kanzlerin Angela Merkel zu verdanken:  „Viele Menschen haben den Eindruck, dass sie in der Eurokrise ihren  Kurs und ihre Rolle gefunden hat. Dass sie weiß, was sie will, und  für Lösungen kämpft.“

Auch die Kompetenz der Union werde besser  bewertet. Aktuell sagen 22 Prozent der Deutschen, CDU/CSU könnten die Probleme des Landes am ehesten lösen. Der SPD trauen dies zwölf  Prozent zu, die FDP kommt auf Null Prozent.  

Dass die Liberalen im stern-RTL-Wahltrend abstürzten, obwohl sie  mit den Steuerbeschlüssen ihr Lieblingsthema durchsetzen konnte,  erklärt der Forsa-Chef damit, dass sogar fast 60 Prozent der  FDP-Sympathisanten Steuersenkungen derzeit für unsinnig halten: „Die Partei gerät in Gefahr, als überflüssig zu gelten.“ Nur 36 Prozent aller Bürger halten laut der weiteren Forsa-Umfrage  Steuersenkungen für sinnvoll, 58 Prozent für nicht sinnvoll. Für den Wahltrend wurden 2.503 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 7. bis 11. November befragt.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wahlumfrage: Union gewinnt neues Vertrauen hinzu"

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  • Die UDU/USU wird kein christlicher Wähler mehr wählen .

    Die Herrschaften können sich ab 2013 schon auf Jobsuche machen oder H4 beantragen .

    Danke Frau Merkel !

  • "Union gewinnt neues Vertrauen hinzu"?
    Alle Hochachtung den Leuten, die vor dem Parteitag gegen Merkel demonstrierten. Doch Parteitagsdelegierte werden sich schwer in diesem Verein auf gegenseitige Vorteilsnahme kaum selbst kastrieren. Diese Karte spielt Merkel mit Erfolg und erfährt Bestätigung durch das Meinungsmache-Institut Forsa. Ich wurde nie gefragt.

    Merkels Machterhaltungspolitik ist darauf angelegt, den Mitstreitern bei den kommenden Wahlen die Argumente zu nehmen und einen überparteilichen Gleichklang der Hoffnungslosigkeit zu erzeugen. Ganz Deutschland tote Hose?

    Ganz und gar nicht, denn es rührt sich was im Lande. Alternativen bieten sich an und Merkels Politik läßt sich zerflücken.
    Europa z.B.: Was passiert, wenn alle EU-Staaten unter einer Wirtschaftsregierung zu gleichen Bedingungen Produzieren sollen. Geht dabei Deutschland unter? Nein, das Gegenteil wird geschehen, und das wissen die Regierungen in der EU heute schon. Sie werden deshalb von vornherein auf Ungleichheiten bestehen, damit sie nicht von Deutschland kassiert werden und die eigene "Yacht" erhalten bleibt.
    Sollten sich die Vereinigten sozialistischen Staaten von Europa durchsetzen, wird dieser Rohstoffschwächling selbst für Rußland uninteressant.
    Für die große Weichenstellung hat es bei Merkel und dem ihr untergeordneten Parteitag nicht gereicht, Berlin wird Hafenstadt und Bayern muß wegen Überfüllung schließen.

    http://www.bps-niedenstein.de/

  • Ich habe Zweifel an der Meldung oder der Repräsentativität der Umfrage. Mich als ehemaligen CDU-Stammwähler hat Merkel definitiv verloren, seit sie "weiss und zeigt, was sie (alternativlos) will". Und ich bin in meinem Bekanntenkreis nicht der einzige.
    Im 2005 waren es statt der prognostizierten 40% auch nur 35% Stimmen.
    Möglicherweise steckt hinter der Meldung der Versuch, den quertreibenden Kräften (v.a. innerhalb der CDU/CSU), die sich allmählich formieren, den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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