„Wahrung der nationalen sicherheitspolitischen Interessen“
Bund kauft Bundesdruckerei zurück

Rund acht Jahre nach dem Verkauf an einen Privatinvestor kauft der Bund die Bundesdruckerei zurück. Darauf hätten sich die bisherigen Gesellschafter sowie das Finanz- und das Innenministerium verständigt, teilte die Bundesdruckerei am Dienstagabend in Berlin mit.

HB BERLIN. Die Transaktion wird mit der "Wahrung der nationalen sicherheitspolitischen Interessen" begründet. Damit seien die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterführung der Bundesdruckerei im Geschäft mit Banknoten gewährleistet, hieß es weiter. „Der Erwerb der Bundesdruckerei GmbH schafft auch eine sicherheitspolitische Voraussetzung zur Vergabe der Herstellung des elektronischen Personalausweises an die Bundesdruckerei GmbH.“ Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Dabei war die Regierung vor acht Jahren nicht davor zurückgeschreckt, den Hersteller von Pässen, Ausweisen und Banknoten für gut eine Mrd. Euro an den Finanzinvestor Apax abzugeben. Dieser bürdete der Bundesdruckerei aber hohe Schulden auf. Zugleich platzte die New-Economy-Blase, so dass das Unternehmen 2002 bereits kurz vor dem Kollaps stand.

Als Interessenten für die in der Hauptstadt ansässige Bundesdruckerei waren zuvor auch die Münchner Notendruckerei Giesecke & Devrient sowie der TÜV Nord im Gespräch, außerdem der französische Technologiekonzern Sagem. Allerdings hielt der Bund schon seit längerem aus Sicherheitsgründen einen Wiedereinstieg bei der Bundesdruckerei für erforderlich.

Die Bundesdruckerei - als „Reichsdruckerei“ 1879 gegründet - zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Dokumenten wie Ausweisen und Reisepässen. 2007 kam das Unternehmen nach eigenen Angaben auf 292 Millionen Euro Umsatz. Die Zahl der Beschäftigten wird mit derzeit rund 1300 angegeben.

Nach einem Einbruch im Telekommunikationsmarkt und erheblichen Belastungen bei der damaligen Tochter ORGA Kartensysteme GmbH geriet die Bundesdruckerei GmbH selbst in finanzielle Bedrängnis. „Zur Lösung dieser existenziellen Schwierigkeiten vereinbarten der Bund, die Banken und Altgesellschafter ein Sanierungskonzept, in dessen Folge die Bundesdruckerei GmbH mittelbar von Partnern der internationalen Sozietät Clifford Chance und einem Frankfurter Unternehmensberater übernommen wurde“, heißt es in der Mitteilung vom Dienstag.

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