Waigel zu IWF und Griechenland
„Das ist ihnen nicht gelungen”

Ex-Finanzminister Theo Waigel reagiert in einem Brief an das Handelsblatt auf die Kritik von Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn an Deutschlands Rolle in der Euro-Rettungspolitik. Mit Griechenlands Premier geht er hart ins Gericht.

DüsseldorfDer ehemalige deutsche Finanzminister Theo Waigel (CSU) hat auf die Kritik Dominique Strauss-Kahns reagiert, die der ehemalige Direktor des Internationale Währungsfonds (IWF) und Ex-Finanzminister Frankreichs im Juli an „seine deutschen Freunde” gerichtet hatte.

Strauss-Kahn kritisierte in einem Brief damals das Rettungspaket, das die europäischen Gläubiger mit Griechenland vereinbart haben, als „Demütigung für das griechische Volk“ und als „Diktat der Euro-Staaten“. Außerdem warnte er davor, dass die Länder in Europas Norden unter deutscher Führung versuchten, Reformen auch gegen den Willen der südeuropäischen Mitgliedsstaaten durchzusetzen.

Waigel antwortet nun in einem eigenen offenen Brief an das Handelsblatt auf Strauss-Kahns Vorwürfe – und spricht den ehemaligen Amtskollegen direkt an. „Lieber Dominique, Du hast vor einiger Zeít in einem offenen Brief an Deine deutschen Freunde gewandt. Ich fühle mich angesprochen und antworte Dir“, beginnt Waigel sein Schreiben – und erinnert zuerst an die gemeinsame politische Hochzeit der beiden Staatsmänner.

„Deutschland hat sich immer für das Projekt einer gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsunion eingesetzt”, schreibt er weiter. Man habe sogar auf die erfolgreiche D-Mark verzichtet, um eine stabile Währung für ganz Europa zu schaffen.

Dies sei aber nur möglich gewesen, weil man sich auf die Vereinbarungen der Maastrichter Verträge verlassen habe, etwa die gemeinsame Handels- und Zollpolitik. Außerdem erinnert Waigel daran, wie die deutsche Bundesbank 1993 100 Milliarden D-Mark investierte, um den französischen Francs zu stützen.

Die griechische Syriza-Regierung aber habe ein anderes als dieses Europa gewollt und versucht, die Union zu spalten. „Das ist ihnen nicht gelungen”, resümiert der 76-Jährige. Die Beispiele von Ländern wie Portugal oder Spanien zeigten, dass die Rettungspolitik der EU erfolgreich sein könne.

„Wenn ein Land in Not gerät, so wird ihm geholfen.” Und auch der IWF verlange bei seinen Unterstützungsprogrammen in aller Konsolidierungs- und Strukturreformen, wenn er Ländern in Not helfe. Auch an den Reformvereinbarungen mit Griechenland war der IWF beteiligt.

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„Ich hoffe, Du kannst mir dabei zustimmen“

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