Walpurgisnacht verlief ruhiger als in den Vorjahren
69 Randalierer in Berlin festgenommen

Die Feiern zur Walpurgisnacht sind in diesem Jahr friedlicher verlaufen als in den vorangegangenen Jahren. Randale gab es aber auch diesmal.

HB BERLIN. Bei Ausschreitungen in der Nacht zum 1. Mai hat die Polizei in Berlin 69 Randalierer festgenommen und 46 Platzverweise erteilt. Insgesamt verliefen die Walpurgisfeiern jedoch deutlich friedlicher als in den Vorjahren, so die Einschätzung der Beamten.

Ein Polizeisprecher nannte als Gründe dafür vor allem das Flaschen- und Dosenverbot, den Einsatz von Antikonflikt-Teams und die Ausleuchtung der Veranstaltungsorte. In Berlin sei die Polizei mit über 1000 Beamten im Einsatz gewesen. Diese hätten sich zurückgehalten, so lange es ging, dann aber konsequent eingegriffen.

Nach einer Randale am Boxhagener Platz im Stadtteil Friedrichshain nahm die Polizei Störer aus der linksautonomen Szene und andere Randalierer fest. Sie hatten Polizisten immer wieder mit Flaschen beworfen. Drei Beamte wurden dabei leicht verletzt.

Die Randalierer hatten außerdem ein Feuer aus Kleidungsstücken und Holzbalken vor einer Baustelle entfacht. Gegen Mitternacht räumten die Beamten das Gelände.

Am Mauerpark, wo etwa 1000 Menschen feierten, blieb die Lage laut Polizei ruhig. Dort war es in den zurückliegenden Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen. Die Gewalt eskalierte vor zwei Jahren, als in der Walpurgisnacht 175 Polizisten zum Teil durch Steinwürfe verletzt wurden. In diesem Jahr war das Publikum sehr gemischt. Neben sehr jungen Leuten aus der linksalternativen Szene waren auch viele Anwohner auf den ehemaligen Mauerstreifen gekommen.

Für den heutigen Sonntag haben sich die Berliner Sicherheitskräfte ebenfalls auf Krawalle eingestellt. Die Behörden hoffen allerdings, dass wie schon im vergangenen Jahr ein weitläufiges Straßenfest am Mariannenplatz in Kreuzberg mit tausenden von Anwohnern die Situation beruhigt.

Die Organisatoren der erstmals abgesagten abendlichen „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“ haben ihre Anhänger aus der linksradikalen Szene aufgerufen, sich massiv unter die Besucher des Festes auf dem Mariannenplatz zu mischen. Außerdem haben sie zu einer Kundgebung um 18.00 Uhr aufgerufen.

Auch in Leipzig will die Polizei mit einem Großaufgebot Krawalle bei den 1. Mai-Kundgebungen verhindern. Mit rund 2500 Polizisten sollen am Sonntag Ausschreitungen zwischen rechtsextremen und linken Demonstranten in Leipzig vorgebeugt werden. Zu dem Neonazi-Aufmarsch werden etwa 1000 Teilnehmer sowie rund 3000 Gegendemonstranten erwartet.

Die Stadt Leipzig war am Freitagabend gerichtlich gescheitert, die Route der rechtsextremen Kundgebung zu verlegen. Der Neonazi- Aufmarsch darf nun gegen den ausdrücklichen Willen der Stadt durch den linksalternativ geprägten Stadtteil Connewitz führen. Das hatte das Sächsische Oberverwaltungsgericht entschieden.

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