Warnstreiks im Öffentlichen Dienst
Verdi-Chef signalisiert Kompromissbereitschaft

Tausende Beschäftigte haben am Dienstag die bundesweiten Warnstreiks im Öffentlichen Dienst fortgesetzt. Vor der nächsten Runde der Tarifverhandlungen zeigte sich Verdi-Chef Frank Bsirske vorsichtig optimistisch.

HB DÜSSELDORF. In Rheinland-Pfalz, Bayern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sollten am Dienstag erneut Tausende Landesbedienstete ihre Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit.

Verdi-Chef Frank Bsirske äußerte sich in der Hannoverschen „Neuen Presse“ zuversichtlich über eine zügige Einigung mit den Ländern. „Ich bin verhalten optimistisch, dass wir zeitnah zu einer Lösung kommen.“ Verdi werde aber der von den Arbeitgebern geforderten Arbeitszeitverlängerung keinesfalls zustimmen.

Bsirske zeigte sich dennoch zum Entgegenkommen bereit. Besonderheiten in bestimmten Branchen - etwa bei den Ländern im Wissenschaftsbereich - könne Rechnung getragen werden, sagte Bsirske im ZDF-Morgenmagazin.

Verdi will, dass auch die Länder den Tarifabschluss für die Beschäftigten den Bundes und der Kommunen übernehmen. Außerdem solle die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) die Kürzung von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie die Arbeitszeitverlängerungen zurücknehmen. Dies lehnen die Länder jedoch ab. Die Länder waren aus der Tarifgemeinschaft mit dem Bund und den Kommunen ausgeschert und verhandeln seither separat über einen Tarifabschluss für ihre 900.000 Beschäftigten.

Der Vize-Vorsitzende der TdL und sächsische Finanzminister Horst Metz (CDU) betonte, die Arbeitgeber würden auf Öffnungsklauseln vor allem für die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld beharren. Auch die geforderte Rückkehr zur 38,5-Stunden-Woche könnten sich die Länder nicht leisten.

Die Verhandlungen sollen am Donnerstag in Berlin fortgesetzt werden. Bereits am Montag waren rund 12.000 Beschäftigte in den Warnstreik getreten.

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