Warnstreiks
Wie Verdi die Republik lahmlegen will

Die Streikwelle rollt. Montag traf es Pendler in Frankfurt. Heute erwischt es Eltern im Norden. Morgen folgt der Höhepunkt in NRW: Busse und Bahnen fallen aus. Es drohen harte Verhandlungen - und Deutschland das Chaos.
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Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft „Verdi“ ist ein Koloss. Mit mehr als zwei Millionen Mitgliedern ist sie die zweitgrößte Einzelgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund. Und da viele ihrer Mitglieder in wichtigen Infrastrukturbereichen wie Verkehr oder Versorgung arbeiten, verfügt Verdi über ein eine ganze Menge Macht.

Das bekamen am Montag die Pendler im Rhein-Main-Gebiet zu spüren, die nur mit dem Auto, per Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit gelangen konnten. Das erfuhren heute viele Eltern in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, wo die Kitas geschlossen blieben. Und das werden morgen Millionen Berufstätige in Nordrhein-Westfalen erleben, wenn der Berufsverkehr zum Erliegen kommt.

Denn geht es nach dem Willen von Verdi, waren die bisherigen Streiks nur die Ouvertüre für das Stück, das die Gewerkschafter am Mittwoch inszenieren wollen. Es heißt: „Wie lege ich das bevölkerungsreichste Bundesland NRW lahm?“

Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Indem mehrere zehntausend Beschäftigte von Verkehrsbetrieben, Müllabfuhren, Sparkassen, Krankenhäusern und Altenheimen nicht zur Arbeit kommen. „Wir gehen davon aus, dass der Betrieb im öffentlichen Nahverkehr in Düsseldorf und vielen anderen Städten morgen still steht“, sagte der Düsseldorfer Verdi-Geschäftsführer Gustav Wilden.

Die Auswirkungen werden Pendler und Reisende am Mittwoch überall in Nordrhein-Westfalen zu spüren bekommen. Straßen- und U-Bahnen werden komplett ausfallen, und auch die meisten Busse werden nicht wie gewohnt fahren. Stadtwerke und lokale Verkehrsbetriebe in allen Landesteilen warnen vor „massiven Behinderungen“ und rufen ihre Fahrgäste auf, sich für Mittwoch nach alternativen Transportmitteln umzusehen.

Kommentare zu " Warnstreiks: Wie Verdi die Republik lahmlegen will"

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  • Wenn deine Firma aufgrund gewerkschaftlicher oder anderer Forderungen mehr Lohn bezahlen muss, werden die Kosten durch erhöhte Produktpreise an dich zurückgegeben. Wegen erhöhtem Geldbedarf ist dies der Inflation zurechenbar, was sich allerdings von der Teuerung unterscheidet, die auf Basis der Gier zu Preiserhöhungen führt, ohne dass die Arbeiterschaft mehr Lohn bekommt, was im Allgemeinen bedeutet, dass gewerkschaftliche Tätigkeit zu Inflation führt und zu nichts sonst. Ein Szenario übrigens, das zwar unseren selten nachdenkenden Geist berührt, dort aber wieder mal nichts findet, was man Vernunft nennen könnte.

  • Und Sie meinen, dass wir das den Gewerkschaften zu verdanken haben?
    Gewerkschaftler sind Lobbyisten, die Klientelpolitik betreiben und Eintrittsbarrieren für Arbeitnehmer außerhalb ihrer Klientel errichten.
    Wer Empfänger von Transferzahlungen ist, hat kein Streikrecht.

  • In vielen Bereichen im ÖD findet man schon jetzt keine Mitarbeiter mehr, in manchen Städten können Kitas nicht eröffnett werden,weil sich keine Mitarbeiterinnen mehr finden lassen die diesen überbezahlten Job wollen.....
    Streikrecht ist ein Grundrecht, auch gilt die Tarifautonomie.
    Warum wird das manchen Arbeitnehmern aberkannt ?
    Bei mandchen Beiträgen hier bekomm ich Angst.....

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