Warnung an Kritiker
Westerwelle skizziert Horrorszenario für den Euro

Über kaum ein Thema wird so heftig diskutiert wie über die Euro-Schuldenkrise. Der deutsche Außenminister ließ die Debatte treiben. Nun meldet sich auch Westerwelle zu Wort, freilich ohne Rettungsplan.
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BerlinBundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warnt stattdessen eindringlich vor einer Abkehr vom Euro. „All diejenigen, die im Augenblick den Euro oder auch Europa nicht mehr ganz so wichtig nehmen, sollten sich mal überlegen, was aus der deutschen Wirtschaft würde ohne den Euro“, sagte Westerwelle am Montag in Brüssel. „Dann ginge es aber mit uns bergab. Und das muss verhindert werden.“

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder kommen am Donnerstag in Brüssel zu einem Sondergipfel zur Zukunft der gemeinsamen Währung zusammen, bei dem es auch um weitere Hilfen für das hochverschuldete Griechenland gehen soll.

„Ich erwarte von dieser Woche, dass sich die Europäer auch klar zu Europa bekennen“, sagte Westerwelle. „Und wir Deutsche werden uns klar zu Europa bekennen.“ Das sei auch im Interesse Deutschlands. „Dass wir den Euro stabilisieren, dass wir Europa schützen, das ist nicht nur europäisches Interesse.“ Das diene deutschen Arbeitsplätzen, fügte Westerwelle hinzu.

Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Steffen Seibert, stellte derweil in Berlin klar, dass die Kanzlerin an dem Gipfel in Brüssel teilnehmen wird. „Wenn es einen Gipfel gibt, wird die Bundeskanzlerin immer daran teilnehmen“, sagte Seibert. In einem Interview mit der ARD hatte Merkel am Sonntagabend ihre Teilnahme noch davon abhängig gemacht, ob sich ein konkretes Resultat abzeichne. „Die Bundesregierung beteiligt sich mit aller Kraft daran, ein gutes Ergebnis vorzubereiten, das ein starkes Signal an die Märkte sendet“, sagte Seibert nun.

Bei dem Treffen soll es EU-Diplomaten zufolge einen „politischen Beschluss“ über ein Modell zur Beteiligung privater Gläubiger Griechenlands wie Banken und Versicherungen geben. Es wird nach einem Modell gesucht, das von den Ratingagenturen nicht als Zahlungsausfall gewertet wird. Das will besonders die Europäische Zentralbank (EZB) vermeiden, wie ihr Präsident Jean-Claude Trichet erneut klarstellte.

Falls die Entscheidung der Regierungen zu einem teilweisen Zahlungsausfall oder einem Zahlungsausfall führe, „müssten die Regierungen dafür sorgen, dass dem Euro-System Sicherheiten bereitgestellt werden, die es akzeptieren kann“, sagte Trichet der „Financial Times Deutschland“.

Das Euro-System umfasst die EZB und die 17 nationalen Euro-Zentralbanken. „Die Regierungen sind gewarnt worden, unmissverständlich und mit allen Mitteln“, hob Trichet hervor. Die letzte Einigung auf einen Gipfelbeschluss soll am Mittwochabend bei einem Treffen ranghoher Vertreter der Euro-Regierungen erzielt werden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Warnung an Kritiker: Westerwelle skizziert Horrorszenario für den Euro"

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  • "alle...sollen sich mal ueberlegen,was aus der deutschen wirtschaft wuerde ohne den euro"...
    na,lieber herr westerwelle - was???

  • Eigentlich war ich mal ganz angetan von Westerwelle, nur damals saß der auf der Oppositionsbank. Seit er in der Regierungsverantwortung ist merkt man, der produziert nur heiße Luft, verteilt Gelder wie Genscher, nur der Schuh ist ihm viel zu groß, bedankt sich bei seinen Parteispendern mit dem Hoteliersprivileg und der Forderung nach Steuersenkungen, Leutheuser - Schnarre .. zieht gegen ihre eigenen Gesetze vor das BVG, Rösler brachte keine anständige Gesundheitsreform zustande u Brüderle redete sich vor Wirtschaftsvertretern um Kopf und Kragen! In diesem Zustand ist diese Partei flüssiger als flüssig - überflüssig!
    Allerdings sind die Anderen auch nicht viel besser: Merkel führungsschwach, Steinbrück, dessen Gesetze so häufig vor dem BFH und dem BVG scheiterten wie sonst noch bei keinem Finanzminister, will mit einem Marshall-Plan für Griechenland punkten - nur grotesk! Die Linken total zerstritten, haben zur Lösung der Griechenlandkrise nur die Verstaatlichung der Banken anzubieten und von den Grünen hört man auch nicht viel, nur den Quatsch der Absenkung von Sozialversicherungsbeiträgen. Bei der Diätenerhöhung sind sich die meisten allerdings einig! Man sollte sich nichts vormachen, in dieser Politikerkaste spiegelt sich der Zustand unserer Gesellschaft wider...

  • Wechselkurs DM:€ bei der Einführung 2:1 Damaliger Wechselkurs DM:CHF ca. 1.20:1 heutiger Wechselkurs
    EUR:CHF 1.16:1

    Das sagt ja wohl alles über Vertrauen und Kaufkraft der Eurowährung.

    Feststellen kann man auch eine Gemeinschaftswährung scheint nicht gerade der Haushaltsdisziplin gut zu tun. Das gilt insbesondere auch für den deutschen Haushalt. Solange die Cashmaschine Export läuft mag das angehen. Wenn der Boom vorbei ist, steht D da wo die Griechen jetzt sind.

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