Warnung vom BDI-Barden
„Keine Klunker für den Juncker“

Zum Jahreswechsel kehrt auch in Berlin eine besinnliche Stimmung ein, die selbst vor hartgesottenen Lobby-Vertretern nicht halt macht. Deshalb formuliert ein Bereichsleiter des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) seine Forderungen nach einer wirtschaftsfreundlicheren Politik in Reimform: "Die Wirtschaft denkt global / liebäugelt mit dem Nachbartal."
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Poesie und Industrie, Gedichte und Geschäft? Geht gar nicht. Noch weniger im harten Berliner Lobbygeschäft. Da kämpfen sie mit Stellungnahmen, Spenden, Anzeigen und Hinterzimmerkungelei. Mit der Macht des Reims ficht nur einer: "Bei allem Konsol'dierungszwang - sind wir der Zukunft zugewandt?" fragt Heinrich Höfer mahnend im diesjährigen Gedicht zum Jahreswechsel. Seit fast 25 Jahren hält Höfer beim Bundesverband der Industrie die Fahne der Technologie hoch - und kämpft für eine steuerliche Forschungsförderung. Überall und unverdrossen, im Advent auch gereimt.

"Die Wirtschaft macht das von alleine / was soll da alles das Geweine?" dürfe nicht gelten, denn "Die Wirtschaft denkt global / liebäugelt mit dem Nachbartal / Frankreich, Kalifornien, Österreich / der Neid macht die Strategen bleich." Ein Anliegen ist dem 64-jährigen Bereichsleiter auch die Zuwanderung: "Wer nicht Menschen hierher zieht / dem auch das Kapital entflieht!" Doch "diese Einsicht, völlig klar / ist in München äußerst rar".

Für die Kanzlerin hat der BDI-Barde Lob parat: "Finanzwirtschaft und die Moral? / Wie im Schlamm der glatte Aal? / Die Politik hat's gut gemacht / um vieles besser als gedacht". Doch noch ist die Krise nicht vorbei, warnt Höfer: "Folgt nicht dem Europa-Juncker / der möchte an die deutschen Klunker / Der Euro kann nur so weit reichen / dass er nicht ist zu erweichen".

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Warnung vom BDI-Barden: „Keine Klunker für den Juncker“"

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  • bei dem Niveau es ist kein Wunder dass mit einer Gesamtauflage von mehr als einer Million Exemplaren "Deutschland schafft sich ab" inzwischen das meistverkaufte Politik-Sachbuch eines deutschsprachigen Autors des Jahrzehnts ist.
    ist das die "Deutsche Leitkultur" ?

  • Schade um den Speicherplatz!
    Nicht besser als Olivenländer, Pleiteländer, Zahlmeister, PiGS oder deutscher Sachverstand nach brüssel schicken (Westerwelle, deutscher Außenminister)

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