Warnung vor Einflussnahme aus Politik
Von Beust: Bahn-Pläne beschleunigen Börsengang

Der geplante Börsengang der Deutsche Bahn wird sich durch einen Einstieg bei der Hamburger Hafen- und Logistik (HLLA) und Hamburger Hochbahn (HHA) deutlich beschleunigen. Davon geht Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) aus.

HAMBURG. „Ich glaube, dass sich der Börsengang schneller vollziehen wird, weil die Bahn wirtschaftlich sehr erfolgreiche Unternehmen dazugewinnt“, sagte von Beust dem Handelsblatt.

Der CDU-Politiker forderte die Bundesregierung zudem auf, sich bei den Expansionsplänen der Bahn und dem damit verbundenen Umzug der Firmenzentrale von Berlin nach Hamburg nicht aus politischen Gründen querzustellen. „Wer einen Börsengang der Bahn wirklich erfolgreich haben will, der sollte sich politisch nicht so stark einmischen“, sagte von Beust. Dies würde ansonsten eine Aktienplatzierung des staatseigenen Betriebs erheblich behindern. Denn Investoren könnten daran zweifeln, dass Bahn-Chef Hartmut Mehdorn wirtschaftlich unabhängig entscheidet.

Beust rechnet zudem nicht damit, dass das Kabinett bereits am Dienstag über die Bahn-Pläne entscheidet. „Ich nehme nicht an, das es morgen heißt, Daumen rauf, Daumen runter oder neutral. Man wird sich erst einmal mit dem Thema beschäftigen“, sagte der Bürgermeister.

Von einem Einstieg der Bahn bei der stadteigenen HHLA und der Hamburger Hochbahn HHA verspricht sich der Bürgermeister viel für die Hansestadt. „Wenn die Bahn mehr in die beiden Betriebe investiert, hat dies auch steuerliche Vorteile für die Stadt“, sagte von Beust. Denn die HHLA und die Hochbahn könnten sich mit Hilfe des Berliner Logistikkonzerns international und national besser aufstellen, wodurch sich die Ertragslage der Unternehmen verbessere.

Bei der Veräußerung der HHLA und der Hochbahn hat Hamburg offenbar keine Probleme durch die Europäischen Union (EU) zu befürchten. Die Hansestadt muss nach Ansicht von von Beust die Betriebe nicht öffentlich ausschreiben. Er verwies dabei als Beispiel auf die stadteigenen Hamburgische Electricitätswerke AG. Diese habe die Stadt ebenfalls ohne ein öffentliches Bieterverfahren an den schwedischen Energiekonzern Vattenfall veräußert.

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