Warnung vor Überreaktion

Jemen-Terror schreckt deutsche Wirtschaft auf

Paketbomben in der Luftfracht haben Schwachstellen im Flugverkehr offenbart. Abhilfe könnte die Firmen teuer zu stehen kommen. Die deutsche Wirtschaft warnt die Bundesregierung, nach der Entdeckung der Sprengsätze aus dem Jemen davor, überzogen zu reagieren. Erste in Berlin getroffene Maßnahmen alarmierten auch die jemenitische Regierung.
  • Thomas Sigm
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DHL-Frachtmaschinen werden in den Nachtstunden auf dem Flughafen Leipzig/Halle beladen: Wachsende Terrorgefahr. Quelle: dpa

DHL-Frachtmaschinen werden in den Nachtstunden auf dem Flughafen Leipzig/Halle beladen: Wachsende Terrorgefahr.

(Foto: dpa)

BERLIN. „Natürlich wird es jetzt die Forderungen nach sofortigen Konsequenzen geben“, sagte Dierk Müller, Chef der amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany). „Aber man muss aufpassen, dass sie in der Sache nicht zu unsinnigen Konsequenzen führen, die nur sehr viel Geld kosten.“

Mahnend meldete sich auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu Wort: „Die Sicherheitskontrollen werden bürokratischer und aufwendiger“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Axel Nitschke. „Das kostet Zeit, und Zeit ist Geld.“ Die Transportbranche werde den höheren Sicherheitsaufwand spüren. Der Flughafenverband ADV warnte ebenfalls vor voreiligen Schlussfolgerungen.

Am Freitag waren in England und Dubai im Jemen aufgegebene und an jüdische Einrichtungen in der Nähe von Chicago adressierte Luftfracht-Sendungen mit Sprengsätzen entdeckt worden. Bei seiner Warnung vor überzogenen Reaktionen verwies AmCham Germany-Chef Müller auf einen Beschluss der US-Regierung von 2007, alle Schiffscontainer, die in US-Häfen geliefert werden, mit Röntgengeräten durchleuchten zu lassen. „Dies ist völlig unrealistisch.“ Es könne keine völlige Sicherheit geben, sondern nur eine relative Sicherheit. Eine Einschätzung, die auch das Bundesverkehrsministerium teilt: „Es ist bei dem jetzigen Frachtaufkommen derzeit praktisch unmöglich, die ganze Fracht zu scannen“, sagte der für den Luftverkehr zuständige Staatssekretär Jan Mücke (FDP).

Eine der am Freitag entdeckten Paketbomben war am Flughafen Köln/Bonn umgeladen worden. Die Bundesregierung hatte deshalb zunächst einen Stopp für Fracht- und Personenverkehr aus dem Jemen verhängt. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) reiste nach Köln/Bonn, um sich die Sicherheitsvorkehrungen demonstrieren zu lassen. Erwogen wird nun auch eine Ausweitung des Einfuhrverbots für Fracht aus weiteren Ländern. Die Regierung richtete einen Arbeitsstab aus führenden Mitarbeitern der zuständigen Ministerien und des Kanzleramts ein, um über weitere Konsequenzen zu beraten. Dabei gehe es auch darum, ob die Zuständigkeiten für die Überprüfung des Frachtverkehrs geändert werden sollten.

Die jemenitische Regierung reagierte mit Kritik und Enttäuschung auf das deutsche Einflugverbot für im Jemen gestartete Flugzeuge. Die Entscheidung der deutschen Regierung sei eine „kollektive und unlogische Bestrafung“, erklärte ein Regierungssprecher am Montagabend in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Dieser Schritt nutze lediglich den Terroristen von Al-Kaida, „die immer versucht haben, auf diese Weise den Interessen und dem Ruf Jemens zu schaden“, sagte er. Der Sprecher nannte die Verschärfung eine „hastige und übertriebene Reaktion“. Dies schade auch Jemens Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus. Sein Land werde dennoch weiterhin der Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft beim Kampf gegen den Terrorismus verpflichtet bleiben.

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12 Kommentare zu "Warnung vor Überreaktion: Jemen-Terror schreckt deutsche Wirtschaft auf"

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  • Tommel,
    die USA sollen im 1. Golfkrieg auch den iran unterstützt haben? Die Mullahs, die die Leute in der US-botschaft festgesetzt haben ?

    Und das stellen Sie als Fakt dar ?

    ihr beispiel des Schmiedens ist gut. Nur wer schmiedet was und was wird dem Volk als Schmiedeergebnis verkauft?

    Was in dem schön geschmückten Paket drin ist, erfährt die bevölkerung immer erst, wenn es ausgepackt ist. Und dann ist es meinstens zu spät.

    Mit Verlaub, das halte ich für Geschwafel.

  • ich höre hier einen geschwafelten mist. mannomann. fakt ist, das saddam nicht ein zögling der us-interessen war. die usa haben anfangs ja sogar beide seiten beim 1. golfkrieg unterstützt. bei bin laden bin ich eher schon dafür, nur dachten die usa damals wohl nicht daran, dass osama ihnen auch gefährlich werden könnte. überläufer bei geheimdiensten gibts doch schon seitdem es diese auch gibt. wie auch immer: es lässt sich leicht sagen, die geheimdienste haben ihre finger im spiel und man gräbt wieder alle verschwörungstheorien aus. aber was nutzt es dem volke? wohl eher wenig. jeder ist seines glückes eigener schmied. und jeder kann schwerter schmieden oder auch einen schlüssel zum erfolg oder?

  • Tomtomtoy, Herbert und Jürgen, was ist Wahrheit?
    Sadam H. wurde von den USA als Gegenspieler des iran aufgebaut und dann abserviert in einem Krieg mit vielen tausenden von Toten.
    Die Taliban wurden von den USA als Gegenspieler der Russen aufgebaut und jetzt werden sie von der Nato bekämpft.
    bin Laden war auch einmal ein gern gesehener Gast im Umfeld von bush und Co, und jetzt ?

    Mittlerweile weiß ich nicht, ob der Terror der fundamentalen Moslems als Angriff oder als Antwort auf einen Angriff irgendeiner Art anzusehen ist.

    ich glaube kaum, dass Merkel oder bush oder Obama und wie sie alle heißen, uns reinen Wein einschenken. Wir bekommen nur das mit, was mir mitbekommen sollen.

    Und wenn ich dann noch lese, dass der informant ein freigelassener Häftling aus Guantanamo ist, der sich bei seiner Rückkehr in den Jemen der al Kaida angeschlossen hat und jetzt die Warnung an die behörden gab???

    im Übrigen meine ich, sollte man die Oberbedenkenträger gegen eine stärker Kontrolle als Piloten ausbilden und in die Flugzeuge mit der ungeprüften Fracht setzen.

  • Und was macht das DHL-Management, es entlässt langjährige ausgebildete Mitarbeiter. Gleichzeitig schalten sie eine Anzeige im internet, in dem sie Mitarbeiter suchen. Das alles in jetzigen Lage klingt wie Hohn.

  • Der zeitliche Zusammenhang mit den Wahlen in den USA ist wieder sehr offensichtlich.

    Egal wer hinter den bomben steckt, ob die USA selbst oder jemand anderes, offenbaren sie doch den irrsinn der Kontrollen.
    Solange die Flugpassagiere belastet werden läßt die Wirtschaft ihre Marionetten in der Regierung an der langen Leine.
    Drohen aber Eingriffe in den Frachtverkehr, werden die Politiker zurückgepfiffen - Ausgaben die die Gewinne schmälern, will man ja nicht. Dabei wäre eigentlich eine stärkere Kontrolle des Frachtverkehrs angesagt.

    Vielleicht findet dann gar wieder der innerdeutsche Pakettransport per bahn statt, und nicht per Flugzeug...

  • Ach Herbert
    Die Wahrheit habe ich täglich vor Augen ! Du wirst sie auch kennen,nur nicht aus heutiger Sicht und als Augenzeuge .

  • hallo tomtomtoy

    Du hast Recht. Konzentriere dich auf das Essen - nicht auf das Finden von Wahrheit.... ;-)

  • So siehts aus.......
    Jemenitischer Al-Kaida Anführer ist ein CiA-Agent

    Die neueste Meldung über den Anschlagversuch mit den Paketbomben lautet, der Drahtzieher und Hauptverdächtige dahinter ist Anwar al-Awlaki, ein amerikanischer Staatsbürger und imam der angeblich die Al-Kaida in Jemen anführt. Er soll den mutmasslichen bombenbastler ibrahim Hassan al-Asiri angestiftet haben.

    Super kann man da nur sagen, denn das bestätigt, bei diesem Komplott handelt es sich tatsächlich um eine Fabrizierung der US-behörden, denn al-Awlaki ist eindeutig ein CiA-Agent oder eines anderen US-Geheimdienstes. Es gibt ja nur 16 davon. Er war nämlich Gast der obersten Führung im Pentagon, kurz nach dem 11. September 2001, obwohl er laut Fbi drei der angeblichen Attentäter gekannt hat.

    Wir wissen schon lange, das Osama bin Laden bis 9/11 ein Agent der CiA war und ihren besonderen Schutz genoss. Sein Deckname war Tim Osman. Schliesslich war er einer ihrer besten Ressourcen im Krieg gegen die sowjetischen besatzer in Afghanistan und wurde mit Rekruten, Ausbildung, Geld und Waffen versorgt.

    Die Gruppe genannt Al-Kaida hat nur einen Zweck, immer passend einen gefälschten Terroranschlag zu verüben, um damit als Angstwerkzeug zu dienen. Denn so wie sie der Welt dargestellt wird, es handelt sich um eine international operierende radikalislamische Terrorgruppe, stimmt es gar nicht, sondern es sind Angestellte der CiA, die wissentlich oder unwissentlich als Sündenböcke herhalten müssen.

  • "Al-Kaida" ist ein Produkt der CiA.
    Dürfte doch inzwischen bekannt sein. Allerdings schlafen die meisten Menschen noch.
    Das Aufwachen wird schmerzlich werden. immer mehr Freiheit wird eingeschränkt und die Überwachung ausgebaut.
    Zu unserem Schutz !!!!
    Diese Monat wird etwas größeres passieren.
    Und glaubt bloß nicht es ist so wie ihr es dann durch die Medien in eure naiven Gehirne gedrückt bekommt.
    Leider lernt der Mensch in erster Linie durch LEiD !
    Dieses wird über die Menschen kommen, da sie die Verantwortung für ihr Leben abgegeben haben und ihnen ein selbstständiges Denken und Hinterfragen aberzogen wurde.

  • Ach Herbert !
    Hast du schon Gefrühstückt ? Nein ? ich bereit mich schon auf das Mittag vor! ich weiß wovon ich spreche!

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