Was vom Papstbesuch bleibt
Benedikt XVI kritisiert Gewinnmaximierung

Benedikt XVI hat den Unternehmern eine klare Botschaft präsentiert: Die "ökonomische Vernunft" in der marktradikalen Variante sei sozial und ökologisch blind - und könne für kein Unternehmen vernünftig sein.
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Papst Benedikt XVI. hat in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag nicht die Gottvergessenheit der modernen Gesellschaft beklagt, sondern seine internationale Verantwortung als Oberhaupt des Vatikanstaates betont und "Gedanken über die Grundlagen des freiheitlichen Rechtsstaates" vorgelegt, die auch die Wirtschaft berühren: Wie kann ein Gesetzeswerk begründet werden, das wahrhaft dem Anspruch der Gerechtigkeit genügt? Eine rein positivistische Auffassung von Vernunft reiche nicht aus, führe zu einem engen, letztlich funktionalistischen Gebrauch des Verstandes. Ausgerechnet anhand der Entdeckung des Eigenwerts der Natur in den 70ern, der "Würde der Erde", illustriert Benedikt, wie ein offenes Vernunftverständnis auch politisch wirksam werden kann.

Auf zweifache Weise spricht der Papst mit seinen Gedanken die Wirtschaft an: zum einen unmittelbar das Verhältnis von Recht und Wirtschaftsordnung. Denn auch für Letztere gilt, dass der Maßstab der Gerechtigkeit dem Erfolg nicht untergeordnet werden darf. Augustinus hätte sein vom Papst angeführtes Wort auch nach der Lehman-Pleite formulieren können: "Nimm das Recht weg - was ist ein Wirtschaftssystem dann noch anderes als eine große Räuberbande?" Nach katholischer Auffassung hat die Wirtschaftsordnung die Aufgabe, die einzelnen Wirtschaftsakteure so weit wie möglich vor moralischen Dilemmata zu bewahren.

Zum anderen warnt der Papst davor, Vernunft positivistisch zu verengen. Denn auch die sogenannte "ökonomische Vernunft" ist korrekturbedürftig. In einem marktradikalen Verständnis ist sie nämlich blind für soziale und ökologische Belange. Die ausschließliche Orientierung an Zahlungen kann für kein Unternehmen dauerhaft vernünftig sein. Noch immer wurde der Schrei der ökologischen Bewegung "nach frischer Luft" in vielen ökonomischen "Betonbauten ohne Fenster" nicht gehört. Hierin kann man ein massives Hinterfragen aller Konzepte sehen, die das Unternehmensziel auf Gewinnmaximierung reduzieren.

Letztlich führt Benedikt in seiner Bundestagsrede die letzte Sozialenzyklika "Caritas in veritate" aus dem Jahr 2009 fort. Ein angemessener Vernunftbegriff impliziert, dass Unternehmen nicht bloß als eine Summe von Zahlungsströmen, sondern in erster Linie als Netzwerke von Menschen zu begreifen sind. Die Würde dieser Menschen zu achten heißt, ihnen Mitsprache und idealerweise Einfluss auf Unternehmensentscheidungen einzuräumen. Auch Führungskräfte in Unternehmen müssen, ähnlich wie die von Benedikt angesprochenen Parlamentarier, ein "hörendes Herz" haben, so wie es König Salomon von Gott erbat (1 Kön 3,9), um zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können.

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Der Einfluss von anonymen Fonds muss begrenzt werden

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  • Der Kirche wird von allen Seiten Intoleranz zu Fragen des Lebens vorgeworfen aber selber zeigen diese Leute, dass sie
    keinen Deut besser sind. "Hätte Maria abgetrieben wäre uns alles erspart geblieben" war auf einem Protestplakat
    das widerwärtigste an Intoleranz.Homosexuelle werde ich in Zukunft kritischer betrachten als offener Mensch in allen Lebensfragen.
    Was die gierigen Banker und Ableger in der Wirtschaft betrifft, so ist die Kirche über Jahrhunderte ein ebenbürtiger Partner gewesen.Es wird Zeit grösse zu zeigen und sich wieder zu einer Kirche zu vereinigen. Nur so kann
    die Kirche in Wort und Tat zu einer fühlbaren Größe kommen.

  • Pabst Benedikt will kein Neoliberaler sein und setzt sich damit nicht für Drogen und nicht für die Abschaffung der öffentlichen Schulen ein, um einige Thesen des Menschenfeindes Milton Friedmann zu nennen, der die Welt mit seinem kruden Ideen um vieles schlechter gemacht hat. Dann hat die Funktion des Pabstes doch einen guten Sinn und Zweck.

  • Wie man mit ausgesuchten Worten Balsam auf die Seele gibt, um den Körper zu heilen, wußte schon Platon. So verspricht der Placeboeffekt Heilung bei Gläubigen, doch nicht beim Patienten Bundestag.
    Merkel hat das im evangelischen Pfarrhaus auch gelernt und dazu noch Luthers Feststellung: "Die Welt will belogen sein, also belüg sie". Damit die Gläubigen nicht verschreckt werden, übersetzte er das natürlich nicht in die Landessprache, so auch Merkel nicht sagt was sie meint.
    Allgemeinheiten hören sich viel besser an und lassen jede Interpretation zu. Und die ist vorzugsweise obrigkeitsdienend.

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