Was vom Tage bleibt
Selbstgewähltes Ende von Pegida

Demos abgesagt, Führung zurückgetreten – wie zerstritten ist Pegida? Tsipras lässt die (griechische) Börse beben – wen wundert's? Und zu guter Letzt: Wie finden sie unsere neue Handelsblatt Online-Seite?
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Selbstgewähltes Ende
Schwere Führungskrise bei Pegida: Die Sprecherin der islamkritischen Bewegung, Kathrin Oertel, und vier weitere Mitglieder des Organisationsteams haben ihre Ämter niedergelegt. Die nächste Demo findet wahrscheinlich gar nicht mehr statt. Es gibt immer zwei Möglichkeiten für ein Ende: Entweder es wird einem bereitet oder man bereitet es sich selbst. Pegida wählt die zweite Variante.


Börsensturz mit Ansage
Der radikale Kurswechsel der neuen Regierung in Athen löst Panikverkäufe an den griechischen Börsen aus. Der frisch gekürte Ministerpräsident Alexis Tsipras zerstört die Hoffnungen der Börsianer auf einen Einstieg privater Investoren bei Staatskonzernen und schürt die Angst, dass die internationalen Partner den Geldhahn zudrehen könnten. Der griechische Aktienindex stürzte daraufhin um rund acht Prozent bis auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 716 Punkten ab. Dass Linke nicht mit den Börsen regieren, steht in ihrem Programm. Aktionäre, die heute kalt erwischt wurden, haben schlicht ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Die andere Seite der Schokoladenseite
Zusammen mit ihrem Ehemann gründete Anja Klügling 1992 das „Café Bonjour“ in Bad Soden im Taunus. 2006 stirbt ihr Mann – als Neuanfang und Dank für sein Lebenswerk benennt Klügling den Laden in „Café Merci“ um. 2011 erhält sie ein Anwaltsschreiben der August Storck KG aus Berlin. Das Unternehmen, das Produkte wie Knoppers oder Nimm2 herstellt, stört sich am Namen der Café-Kette und will Klügling zur Namensänderung bewegen. Denn Merci heißt auch eine Schokoladensorte des Konzerns. Beide streiten sich vor Gericht, Klügling zieht in einem Vergleich den Kürzeren. Und von Storck wissen wir nun: Der Konzern hat eine Seite, die nicht aus Schokolade, sondern eher aus Bittermandel besteht.

New Design – na bitte!
Die Techniker Krankenkasse hat eine Studie zum Thema Depression angefertigt. Ergebnis: Deutschland ist niedergeschlagen. Ganz Deutschland? Nein – eine kleine Redaktion in Düsseldorf nicht. Wir. Wir haben heute die neue Handelsblatt Online Seite auf den Weg gebracht. Technisch ist das ein langwieriges Projekt: Schnell vergeht ein Jahr von der ersten Idee bis zum Endergebnis. Die Ziele sind: größere Übersicht, mehr Eleganz, bessere Vernetzung. Ob wir sie erreicht haben, müssen Sie entscheiden. Redaktion, Entwickler, Konzepter und Designer jedenfalls sind stolz auf das neue Layout – insbesondere auf die prägnantere Darstellung der Finanzdaten.

Ohne Sie, liebe Leser, wäre das nicht erreicht worden. Sie haben an dem neuen Design kräftig mitgewirkt. In Dutzenden Einzelinterviews haben Sie uns Rede und Antwort gestanden. 1500 von Ihnen nahmen an einer Online-Umfrage teil, immer wieder haben Sie Vorschläge per Mail, Facebook oder Twitter geschickt, Kritikpunkte und vorbildliche Beispiele genannt. Dank Ihres Inputs können wir nun sagen, dass Handelsblatt.com gut in Form sein wird, wenn wir die letzten Fehler behoben haben. Lassen Sie mich anschließend wissen, wie Ihnen das neue Handelsblatt gefällt: per Mail an stock@handelsblatt.com, in den Kommentaren, auf unserer Facebook-Seite oder über Twitter (#hb2015). Sie dürfen sagen, was sie wollen – aber es wäre schön, wenn Sie uns keine Depressionen bereiten.

Ihnen ein lohnendes Wochenende, wünscht

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Selbstgewähltes Ende von Pegida"

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  • Zu Pegida

    Herr Stock: Weite Teile der Bevölkerung in D und Europa zählen schon seit Jahren die Einschläge und die Redakteure der meisten europäischen Medien haben noch nicht einmal den Knall gehört. Schadenfreude über eine mögliche Auflösung der Pegida ist fehl am Platze. Sinnvoller wäre es, den Politikern auf die Füße zu treten, damit sie endlich die schon seit Jahrzehnten anstehenden Probleme beginnen zu lösen und der Islam und mit ihm die Muslime gehören dazu, sehr weit oben in der Abarbeitungsliste. Diese Probleme weiterhin zu ignorieren und Kritiker in die rechte Ecke zu stellen, ist nicht zielführend und führt in die Sackgasse eines Bürgerkrieges.

    Gérard Biard Chefredakteur Charlie Hebdo in JF 46/2011
    Zitat:
    „Ich sage den Franzosen, ich sage Europa und dem Westen insgesamt, aber ich sage auch den Journalisten: Wacht auf! Hört auf, den politischen Islam zu unterstützen. Seid nicht naiv, diese Leute kennen keine Toleranz und bedrohen sogar Muslime, die ihrer Meinung nach zu moderat sind.“

    Wann wird diese Botschaft in den Redaktionsstuben, den Parlamenten der Länder und den Parteizentralen der europäischen Parteien ankommen? Wieviel Menschen müssen noch ermordet werden, weil sie „die Religion, den Propheten beleidigt“ haben, bis wir „im Westen“ reagieren und diese Leute aus unseren Ländern rausschmeißen und ihnen den Zutritt verwehren?

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    Mir fehlt die Angabe der Zahl der Kommentare auf der allgemeinen Seite. Schön wäre, diese auch in der Merkliste zu sehen.
    Die Schriftfarbe in der Kommentarbox darf gerne wieder schwarz sein, besser Korrektur zu lesen.

  • >>Selbstgewähltes Ende
    Schwere Führungskrise bei Pegida: Die Sprecherin der islamkritischen Bewegung, Kathrin Oertel, und vier weitere Mitglieder des Organisationsteams haben ihre Ämter niedergelegt. Die nächste Demo findet wahrscheinlich gar nicht mehr statt. Es gibt immer zwei Möglichkeiten für ein Ende: Entweder es wird einem bereitet oder man bereitet es sich selbst. Pegida wählt die zweite Variante.
    <<

    Wenn Herr Stock ein wirkliches Interesse am Wohl der Deutschen und der Europäern insgesamt hätte, würde er ein mögliches Ende der PeGiDa bedauern und beklagen.
    Denn was passiert hier in diesem Land? Die autochthonen Deutschen werden zu einer Minderheit in ihrem einst eigenen Land gemacht. Aber nicht nur das, auch die gesamte europäische, christlich-sozialisierte Bevölkerung wird darüberhinaus zur Minderheit verdrängt. Und die etablierten Parteien bekennen sich mittlerweile offen zu diesem "Bevölkerungswandel".

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