Wechsel im Vorstand
Umbau der Deutschen Bank schreckt die Politik auf

Dass das neue Spitzenduo der Deutschen Bank durchgreift, noch bevor es offiziell im Amt ist und das oberste Führungsgremium mit Investmentbankern stärkt, stößt in Berlin auf breite Kritik. Die Union erwägt Konsequenzen.
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BerlinMit Befremden haben Finanzpolitiker der schwarz-gelben Koalition auf die Pläne des neuen Führungsduos der Deutschen Bank für einen radikalen Vorstandsumbau reagiert. Auf harsche Kritik stößt vor allem, dass die neuen Konzernchefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen wichtige Positionen mit engen Vertrauten aus dem Investmentbanking besetzen. „Deutsche Einlagen dürfen nicht im Kasino landen“, sagte Unionsfraktionsvize Michael Meister Handelsblatt Online. Es gehe nicht um einzelne Personen. „Jedoch ist die Besetzung ein Signal in Richtung Investmentbanking“, unterstrich der CDU-Politiker. Meister will daraus gesetzgeberische Konsequenzen ziehen. „Wir werden über eine striktere Regulierung des Investmentbanking nachdenken müssen“, sagte er.

Ähnlich äußerte sich der finanzpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach. Die Deutsche Bank sei zwar im Rahmen des geltenden Rechts selbstverständlich frei, ihr Geschäft so zu organisieren, wie sie es wolle, einschließlich der Personalentscheidungen, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Aber: „Unsere Aufgabe ist es darauf zu achten, dass dies nicht zu Lasten des Steuerzahlers und der Finanzstabilität geht. Und diese Aufgabe nehmen wir sehr ernst.“

Der Präsidialausschuss des Deutsche-Bank-Aufsichtsrates soll laut Medienberichten die Weichen für die Umbaupläne schon gestellt und auch bereits Nachfolger benannt haben. Formal müsse das gesamte Kontrollgremium dem Personalpaket noch bei seiner Sitzung am 16. März zustimmen, hieß es. Ein Sprecher der Deutschen Bank in Frankfurt erklärte am Mittwoch: „Marktgerüchte kommentiert die Deutsche Bank grundsätzlich nicht.“

Auch bei der SPD stößt das auf auf scharfe Kritik. „Im Geschäftsmodell der Deutsche Bank spielt das internationale Investmentbanking bereits heute eine beherrschende Rolle. Wenn die  Neubesetzungen in den Führungsgremien der Bank diese Ausrichtung  verstärkten, hielte ich dies für problematisch“, sagte die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nicolette Kressl, Handelsblatt Online. Kressl zeigte sich offen für Überlegungen, das Investmentbanking schärfer zu regulieren. „Aufgabe der Politik ist es, unabhängig von den verantwortlichen Personen für eine effektive  Finanzmarktregulierung zu sorgen, durch die risikoreiche und potenziell stabilitätsgefährdende Geschäfte begrenzt werden.“

Der Finanzexperte der FDP-Bundestagfraktion, Frank Schäffler, konstatierte, dass die Deutsche Bank auch durch ihren geplanten Umbau längst nur noch dem Namen nach deutsch sei. „Sie ist supranational aufgestellt, der Bezug zur heimischen Wirtschaft geht dabei immer mehr verloren“, kritisierte er und Hinweis auf die jüngsten Personalentscheidungen. Schäffler warnt vor den Folgen einer stärkeren Hinwendung zum Investmentbanking. Die Bank drehe einen „enormen Hebel - mit allen Risiken für das Finanzsystem“, sagte er.

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Grüne warnen vor vorschnellem Urteil

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  • Schon sehr beeindruckend - die grünen Finazexperten.

    "Verschone uns vor Sturm und Wind - und Grünen die Finanzer sind".

    Gut dass Cem Özdemir multiministrabel ist und Claudia vorzeigbar bei G8 und G20. Verständlich dass Juncker jetzt schon passt.

  • Jeder Politiker, der den Rettungspakt unterschreibt, gehört vor ein Bürgertribunal und verurteilt wegen Hochverrats.

    Ansonsten: NIE wieder ein Bail-Out für Banken. NIE wieder ein Rettungsschirm für EU-Mitgliedsstaaten. Bei deren Bürgern kommen die Milliarden nie an.
    Kleiner Bürger: Hole Dein Geld ab und schließe Deine Konten bei den Bankstern.

  • Zitat:"Klaus-Peter Flosbach. Die Deutsche Bank sei zwar im Rahmen des geltenden Rechts selbstverständlich frei, ihr Geschäft so zu organisieren, wie sie es wolle, einschließlich der Personalentscheidungen, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Aber: „Unsere Aufgabe ist es darauf zu achten, dass dies nicht zu Lasten des Steuerzahlers und der Finanzstabilität geht. Und diese Aufgabe nehmen wir sehr ernst.“ Zitatende

    Ich könnte mich ja abrollen vor lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Wo war denn bitte bzw. wo bleibt denn bitte Herr Flosbach und die anderen Politiker mit Gewissen bei der Eurorettungs-Orgie von Merkel, Schäuble u. Co?
    Hier wird dem Volk ernsthafter Schaden zugefügt und kein Politiker springt auf, weil die Mama das ja nicht mag.
    Was für lächerliche Figuren.

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