Wechsel
Steinbrücks Sprecher gewinnt OB-Wahl in Kiel

Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel hat einen neuen Oberbürgermeister: Herausforderer Torsten Albig (SPD) löst die bisherige Oberbürgermeisterin Volquartz (CDU) ab. Weil die Parteistrategen in Berlin diese Wahl insgeheim als Testlauf für die Bundestagswahl betrachteten, hatte sich im Wahlkampf das Spitzenpersonal von CDU und SPD besonders ins Zeug gelegt.

KIEL. Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel hat einen neuen Oberbürgermeister: Auf den Herausforderer Torsten Albig (SPD) entfielen nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 52,1 Prozent der Stimmen. Die 62-jährige Oberbürgermeisterin Volquartz kommt auf 41,2 Prozent. Der Kandidat der Linkspartei und Mitarbeiter in der Staatskanzlei, der 44-jährige Raju Sharma, landete abgeschlagen bei 6,8 Prozent.

Der SPD-Kandidat Albig (45) ist seit 2006 Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Bevor er nach Berlin wechselte, war er von 2002 bis 2006 Kämmerer in Kiel gewesen.

Weil die Parteistrategen in Berlin diese Wahl insgeheim als Testlauf für die Bundestagswahl im September betrachtet hatten, hatte sich im Wahlkampf das Spitzenpersonal von CDU und SPD ins Zeug gelegt. Peer Steinbrück für seinen Sprecher Albig, Bundeskanzlerin Angela Merkel für die amtierende Bürgermeisterin Volquartz.

Dazu passten die Themen des Kieler Wahlkampfs, der im Zeichen der Wirtschaftskrise stand: Die HSH Nordbank trudelt und zeigt den Menschen, wie hautnah die Finanzkrise sein kann. Der Werft HDW brechen die Aufträge derart weg, dass schon davon die Rede ist, der Standort werde geschlossen.

Rund 191 000 Bürger in Kiel waren zur Wahl eines neuen Oberbürgermeisters aufgerufen. Vor sechs Jahren war die Oberbürgermeister-Wahl für die Sozialdemokraten zum Desaster geworden. Mit fast 60 Prozent der Stimmen setzte sich Volquartz in der Stichwahl gegen SPD-Bewerber Jürgen Fenske durch. Für die SPD endete in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt eine über 50-jährige Ära. Torsten Albig knüpft als neu gewählter Oberbürgermeister an diese Tradition an.

In der Ratsversammlung hat Albig künftig ein leichtes Spiel: SPD, Grüne und SSW bilden im Stadtparlament eine Mehrheit. dpa/svs

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