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26.02.2008 

Betroffen ist jedenfalls nicht nur derjenige, der Kunden oder Auftraggeber schmiert. Erfasst werden genauso Mitarbeiter, die die Bestechungsgelder verbuchen. Schon das Angebot an einen "foreign official", eine politische Partei oder an einen Dritten steht unter Strafandrohung - wenn die Zahlung ganz oder teilweise erreichen soll, dass der Empfänger dem Unternehmen beim Abschluss eines Geschäfts behilflich ist oder dieses sichern kann.

In Deutschland waren solche "nützlichen Aufwendungen" vor einigen Jahren sogar noch steuerlich absetzbar. Vielleicht hält sich deshalb in Industriekreise hartnäckig die Einstellung, dass ohne Schmiergeld im Ausland keine Geschäfte zu machen seien. Seit 1998 ist das auch hierzulande strafbar.

Das US-Recht mit dem FCPA ist zwar das schillerndste Beispiel, welche Richtlinien und Gesetze Unternehmen einhalten müssen und sollten. Bayer-Chefjurist Hartwig sieht allerdings inzwischen "eine Vielzahl von Regeln aus vielen Ländern", die Compliance-Manager beachten müssten. "Selbst in Deutschland lässt sich nicht an einer zentralen Vorschrift festmachen, wie die Compliance-Organisation im Unternehmen aufgebaut werden muss", erläutert er.

Bayer kann wesentlich entspannter mit den US-Regeln umgehen als beispielsweise Siemens. Die Leverkusener haben - wie andere Unternehmen auch - 2007 ihr Listing an der Wall Street gestrichen. "Deshalb überprüfen wir jetzt die teilweise sehr bürokratischen Compliance-Vorschriften und werden uns von Überflüssigem sicherlich verabschieden", sagt Hartwig.

Doch auch die verbleibenden Kontrollen bringen den Unternehmen eine Menge neuer Bürokratie. Diesen Trend beobachten 77 Prozent der im Handelsblatt-Business Monitor Befragten Topmanager. Zugleich fürchten sie den Aufwand, den Compliance in der alltäglichen Arbeit mit sich bringt. Führungskräfte müssten sich in ihren Entscheidungen künftig viel stärker absichern, davon geht die Mehrheit der befragten Topmanager aus. 47 Prozent stimmen der Erwartung zu, dass mehr Compliance die Entscheidungsabläufe verzögert. Nur 26 Prozent erwarten, dass die Geschäftsabläufe auch wirklich sicherer würden.

Experten bestätigen, dass durch das Thema Compliance bei vielen Führungskräfte eine Art Absicherungsmentalität drohe. Bei vielen Unternehmen herrsche derzeit eine gewisse Überwahrnehmung und Unsicherheit beim Thema Compliance, beobachtet Georg Wolters, Partner von Droege & Comp. "Die Devise lautet: Lieber zu viel als zu wenig." Das Medium E-Mail mit seiner CC-Funktion verstärkt diesen Trend noch.

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