„Weder pädagogisch noch wirtschaftlich sinnvoll“
Zahlreiche Politiker gegen verkürzte Sommerferien

In der Diskussion um kürzere Schulferien mehren sich die Gegenstimmen. Der Vorsitzende des Tourismusausschusses des Bundestages, Ernst Hinsken (CSU), sagte, kürzere Ferien würden „zu einer totalen Überfüllung der Urlaubsgebiete und zu einer enormen Verteuerung der Quartiere führen“. Chaotische Verkehrsverhältnisse bei der An- und Abreise wären außerdem die Folge, teilte Hinsken am Montag in Berlin mit. Auch aus einigen Bundesländern meldeten sich Gegner der Idee zu Wort.

HB/dpa BERLIN. Der CDU-Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag, Günther Oettinger, hatte eine Verkürzung der Ferien von sechs auf vier Wochen angeregt. Die Schulen sollten in der verbleibenden Zeit vor Unterrichtsbeginn Freizeitangebote machen. Die Zeit solle zur Nacharbeit des Unterrichtsstoffs genutzt werden.

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Grietje Bettin, sagte, in den Ferien böten Vereine pädagogisch wertvolle Aktionen wie Sommerlager an, die nicht durch Unterricht ersetzt werden könnten.

Der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hält eine Verkürzung für „weder pädagogisch noch wirtschaftlich sinnvoll“. Die Kultusministerkonferenz habe sich gerade erst auf einen breiteren zeitlichen Korridor für die Sommerferien geeinigt, erklärte er in Hannover. Dies helfe vor allem der Tourismusbranche. Auch der Staatssekretär im nordrhein-westfälische Schulministerium, Elmar Schulz-Vanheyden, sagte, eine erneute Diskussion verunsichere Eltern, Schulen, die Wirtschaft und die Tourismusbranche.

Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Bildung, Ulrike Flach (FDP), sagte, „die Ferien sollten nicht verkürzt, sondern effizient genutzt werden“, zum Beispiel für Sprachkurse. Die familienpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ina Lenke, ist dagegen für kürzere Sommerferien und im Gegenzug für längere Weihnachtsferien. So könne das „Betreuungsloch“ im Sommer in vielen Familien vermieden werden. Die FDP-Wirtschafts- und Verbraucherexpertin Gudrun Kopp hatte in der „Bild“-Zeitung (Montag) Betreuungsangebote der Schulen in den Ferien gefordert.

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