Weg aus der Krise
Schäuble sieht Griechen vor langer Durststrecke

Griechenland kann die Krise nur abschütteln, wenn es wieder wettbewerbsfähig wird. Doch das wird nicht von heute auf morgen passieren, ist Schäuble überzeugt. Damit es nicht zu lange dauert, soll Geld fließen.
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BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht davon aus, dass Griechenland noch lange für seinen Weg aus der Schuldenkrise braucht. „Die Griechen werden sicher ein Jahrzehnt benötigen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“.

Gleichzeitig betonte er, dass es keine Alternative zu den umfangreichen Rettungsmaßnahmen für den Euro gegeben habe: Nichts zu unternehmen wäre „viel risikoreicher und teurer“ gewesen, sagte der CDU-Politiker und verwies auf die Folgen der Finanzkrise: Allein der Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers habe in Deutschland das Bruttoinlandsprodukt 2009 um 4,7 Prozent schrumpfen lassen. „Das ist eine Größenordnung von über 100 Milliarden Euro“, betonte er.

Kritik, dass die privaten Gläubiger nicht genug in die Pflicht genommen würden, wies Schäuble zurück: „Die vereinbarten Maßnahmen bedeuten, dass die Kreditinstitute den Wert der Forderungen gegenüber Griechenland um 21 Prozent werden berichtigen müssen.“ Und sie blieben auf 30 Jahre in Griechenland engagiert: „Das ist ein erheblicher Beitrag.“

Bei ihrer Krisenbewältigung können die Griechen mit Unterstützung der Europäischen Investitionsbank (EIB) rechnen. Sie will ihre Kredithilfen für Griechenland ausbauen, damit das Land wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt. „In Zukunft sollen die Mittel weiter erhöht werden“, kündigte EIB-Vizepräsident Matthias Kollatz-Ahnen im Handelsblatt vom Donnerstag an. Mit gut drei Milliarden Euro sei die Kreditsumme für Griechenland 2010 schon dreimal so hoch gewesen wie 2005. Für 2011 noch mehr Mittel an das Land vergeben, was auch eine Folge der Beschlüsse des Euro-Sondergipfels aus der vergangenen Woche sei. Zu den vordringlichen Zielen der EIB gehöre dabei, die Kreditklemme in dem Land aufzulösen. „Wir werden daher noch im August Finanzierungsangebote für kleine und mittlere Unternehmen machen“, kündigte Kollatz-Ahnen an.

Kommentare zu " Weg aus der Krise: Schäuble sieht Griechen vor langer Durststrecke"

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  • Ach was ist das schön !

    So lange das Fußvolk sich kloppt oder in den Haaren liegt ,

    haben wir unsere Ruh .

    Weiter so liebes Fußvolk !


    Wir sind ja auch die Eliten , Banker ,Politiker u.damit
    die 1. Klasse - die Weltelite !

  • Exakt. Es war ein langer Weg bis hier hin, umso tragischer ist es, dass es de facto keine liberale Partei in Deutschland gibt.

  • Auf Ihre Stimmer kommt es nicht an! Aber auf unsere Stimmen. Und die sind nun mal nicht für den alten Mann. Er sollte endlich das Handtuch werfen und finanztechnische Entscheidungen denen überlassen, die ehrlich sind und vom Fach etwas verstehen. Griechenland ist Pleite. Aus die Maus. Alles andere ist pure Volksverdummung!!!

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