Weg frei für Roth

Künast tritt nicht als Bundestags-Vize an

Der Weg für Claudia Roth zur Bundestags-Vizepräsidentin ist frei: Renate Künast hat ihre angekündigte Kandidatur zurückgezogen und so eine Kampfabstimmung verhindert. Dennoch gab es im Vorfeld Streitereien.
Update: 15.10.2013 - 12:11 Uhr 37 Kommentare
Claudia Roth und Renate Künast: Nach Künasts Rückzug kommt es zu keiner Kampfabstimmung zwischen den beiden grünen Parteigrößen. Quelle: dapd

Claudia Roth und Renate Künast: Nach Künasts Rückzug kommt es zu keiner Kampfabstimmung zwischen den beiden grünen Parteigrößen.

(Foto: dapd)

BerlinMit dem Verzicht auf eine Bewerbung als Bundestags-Vizepräsidentin hat die ehemalige Grünen-Fraktionschefin Renate Künast der Partei eine weitere Kampfabstimmung erspart. Auf einer Fraktionssitzung nominierten die Grünen Claudia Roth ohne Gegenkandidatin mit 54 von 63 Stimmen als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags. Zuvor hatte Künast in der Fraktionssitzung gesagt, sie wolle nicht antreten, wie mehrere Teilnehmer der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigten. „Die Welt wartet nicht auf diese Abstimmung.“

Bisher sitzt für die Grünen die neue Fraktionschefin und Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, im Bundestagspräsidium. Sie hatte auf den Posten der Stellvertreterin von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zugunsten des Fraktionsvorsitzes verzichtet. Die Union hat Lammert bereits erneut für den Posten nominiert, die Nominierung für das Präsidium des Bundestages steht bei der SPD noch aus.

Am Morgen kamen die Grünen zu einer Fraktionssitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Nominierung der grünen Bundestagsvizepräsidentin. Der scheidenden Parteichefin Claudia Roth, die das Amt übernehmen will, war auf dem Weg zur Sitzung Nervosität anzumerken. Bis kurz vor der Sitzung war noch offen, ob die ehemalige Fraktionschefin Renate Künast an ihrer Ankündigung festhalten wollte, gegen Roth anzutreten. Am Montagabend war es zwischen den Abgeordneten bei einem Treffen zu Streitereien gekommen.
Der Posten des Vizepräsidenten des Bundestages ist prestigeträchtig – und heiß begehrt. Roth wird nun voraussichtlich vom Parlament zu einer der Stellvertreterinnen von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) gewählt, den die Union erneut für diesen Posten nominiert hat. Lammert bekleidet protokollarisch das zweithöchste Amt im Staate nach dem Bundespräsidenten. Doch auch seine Vizes haben weitreichende Befugnisse:

Wie der Bundestagspräsident leiten auch seine Vizes abwechselnd die Parlamentssitzungen. Sie erteilen den Rednern das Wort, können es ihnen aber auch entziehen und generell für Ordnung in den Debatten sorgen: Sie dürfen Abgeordnete ermahnen und sie sogar bis zu 30 Sitzungstage von Plenar- und Ausschuss-Sitzungen ausschließen.

Insgesamt unterstützen die Stellvertreter die Arbeit des Bundestagspräsidenten. So trifft das Präsidium auch Personalentscheidungen für die Bundestagsverwaltung. Alle Vizes sitzen zudem im Ältestenrat des Bundestages, der Termine und Tagesordnungen vorschlägt und Streitigkeiten zwischen den Fraktionen schlichtet.

  • dpa
  • afp
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37 Kommentare zu "Weg frei für Roth: Künast tritt nicht als Bundestags-Vize an"

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  • "Gebt das Hanf frei"
    falls die Multi Kulti Tante hier weiter auf Steuerzahlerkosten mit Audi A 8 Demofahrten nach Gorleben
    und Türkei Blitzbesuchen deutsche Interessen verramscht

    und Cem Özdemir der alte verurteilte Steuerbetrüger darf ihr Gesellschaft leisten dazugellen

  • Der Wechsel einer Bundesbetroffenheitsbeauftragtin ohne abgeschlossenen Beruf in dieses Amt wären ein schwerer Rückschritt und eine Blamage für das Land. Aber nach einem Diplomtaxifahrer im AA kommt es darauf wohl auch nicht mehr an.

  • Die GG ferne Roth vertritt das zweithöchste Amt in Deutschland? Nun kann sich auch der letzte Gutmensch vorstellen wie es in Deutschland zu politischen Grausamkeiten kommen konnte. Man wählte sie einfach!

    Oft habe ich Bundestagssitzungen verfolgt je nach Thema. Nachdem Claudia Roth da oben sitzen wird, werde ich mir
    die bunte Roth nicht antun, die nun weltweit das Gesicht Deutschlands wird und damit weltweite Sympathien als neues Fräuleinwunder erfahren wird.

    Bei der Vereidigung mal auf ihre Finger achten und nicht auf das hübsche Gesicht.





  • Die liebe Dame im kunterbunten "Outfit" zog und zieht weiterhin alle "Taschendiebe" dieser so europäischen Gemeinschaft an.

    Verlöre sie nur ihr eigenes Geld oder sie könnte eine saubere politische Krisenleistung vorweisen, meinen Segen hätte sie.

    Mit "Durchwursteln und wilden Moralansätzen" kommt man offenbar in höchste Ämter, kein Einzelfall, siehe weite Teile unsere blassen Parteienlandschaft.
    Passt alles gut in das "moralisch täglich so erbauende Krisen-Bild".

  • Die Sekten Grüne sollte erst mal eine Berufsausbildung machen um zu beweisen das sie für so ein Amt fähig sein KÖNNTE.

  • "Allerdings läuft der Schwächste im Rudel ständig mit eingeklemmten Schwanz herum, kriegt sich vor ständigem Unterwerfungsverhalten kaum noch ein und wird von jedem bei jeder Gelegenheit gerüttelt, geschüttelt und geknufft. Also ideal ist das irgendwie auch nicht! "
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    Das ist vielleicht nicht gerade der richtige Ort für Verhaltensforschung, aber das kann ich so nicht stehen lassen. Bitte nicht Wölfe in Gefangenschaft mit denen in freier Wildbahn vergleichen. Was Sie beschreiben, ist das Bild bei gefangenen Wölfen, deren Rudel meistens aus zusammengewürfelten Tieren bestehen und die oft genug viel zu groß sind. Diesem Verhalten ist z.B. auch K. Lorenz aufgesessen, der m.W. von Freilandforschung keine Ahnung hatte resp. die es so damals noch gar nicht gab.
    Wildlebende Wölfe sind /Familien/, in denen es sehr harmonisch zugeht, bestehend aus Eltern, Welpen und Jährlingen, gelegendlich auch älteren Nachkommen, die geblieben sind, um z.B. die Position des "Kindermädchens" einzunehmen. Jedes Rudelmitglied hat seine Funktion und ist geachtet, Mobbing kommt nur sehr selten vor und führt dann üblicherweise zur Abwanderung des betreffenden Tieres, das dann eine eigene Familie gründet.
    Gehegeforschung und Feldforschung: Zwei völlig unterschiedliche Dinge, deren Ergebnisse in der Regel nicht übertragbar sind. Kurzum, in der Wildnis gibt es weder den oft zitierten "Alpha-Wolf" noch den Prügelknaben "Omega-Wolf", es handelt sich um eine Eltern-Kinder-Beziehung.
    So viel in aller Kürze zum Wolf. Dazu gibt es viele dicke, sehr interessante Bücher... :-) Auf jeden Fall können wir Menschen vom Wolf einiges über soziales Verhalten lernen!

  • Auch das noch: Claudia Roth
    Es spricht für die stillose Einstellung der Grünen BT-Fraktion, dass sie einer Deutschland -Hasserin wie Claudia Roth zur Kandidatin für den BT -Vizepräsidenten- Posten nominiert hat. Manche mögen sich an der provokanten, papageienhaften Garderobe der Roth reiben,hier geht es jedoch um viel mehr, um die perfide Geisteshaltung dieser Unperson. Sie hat in unzähligen Situationen Deutschland und die hiesigen Bürger verunglimpft und verächtlich gemacht. Aber offenbar passt das ja zur generellen Einstellung der Grünen zu diesem Land. Sie gieren nach der leistungslosen Staatsknete auf den BT-Bänken und nach den fetten Limousinen, da sie anderswo im Lande zur Gruppe der arbeitsscheuen Hartz IV Truppe gezählt werden müssten. Dass sie dann noch eine solche Type für den BT-Präsidenten Vorsitz aufstellen, kann man nur als dreist und unverschämt charakterisieren. Diese Partei wird hoffentlich bei der nächsten Wahl in die Tonne befördert. Auf nimmer Wiedersehen.

  • Na gut, seit ich den Menschen kenne glaube ich auch das der Wolf der bessere Mensch ist. Allerdings läuft der Schwächste im Rudel ständig mit eingeklemmten Schwanz herum, kriegt sich vor ständigem Unterwerfungsverhalten kaum noch ein und wird von jedem bei jeder Gelegenheit gerüttelt, geschüttelt und geknufft. Also ideal ist das irgendwie auch nicht!

  • @ hertha48

    Vorsichtig mit dem, was Sie schreiben. Solche unangenehme Wahrheiten werden hier gerne gelöscht. GrünInnen sind sakrosankt, Kritik unerwünscht!

  • "Der Spitzname des von fast allen heiß verachteten und kolossal gescheiterten Führers, für ganze zwölf Jahre, war Wolf. Ihr Nickname hat aber hoffentlich nichts damit zu tun, oder?!"
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    Nein, meinen Nick können Sie ruhig wortwörtlich nehmen. Ich befasse mich u.a. mit Canidenforschung insb. Wölfen.

    "Als Wolfsfreund verstehen Sie sicherlich die Rangordnung und wer sich als erstes bedienen wird und für wen nichts übrig bleibt! "
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    Sehen Sie und hier liegt der Irrtum. Wenn die Menschen sich verhalten würden wie Wölfe, dann wäre die Welt ein besserer Ort. Diese Tiere leben im Einklang mit ihrer Umwelt und innerhalb des Rudels (= Familie) ausgesprochen sozial und einander zugetan, was z.B. die Versorgung verletzter Rudelmitglieder, die zur Jagd nichts beitragen können, einschließt. Die diesen Tieren zuschriebene Rangordnung im Sinne von "Jeder will der Chef sein und erst mal sein Schäfchen ins Trockene bringen." existiert so nicht, das ist barer Unsinn. Dieses "Alpha-Denken" ist ein Relikt aus Konrad Lorenz Zeiten (1903 - 1989), der ein Kind seiner Zeit und stark im Orbigkeitsdenken verhaftet war.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Lorenz#Karriere_im_Nationalsozialismus

    Der Mensch verhält sich eher wie ein Affe: Aufbrausend, herrisch, egoistisch, nur auf den eigenen Vorteil bedacht, unfähig zur Kooperation.
    Tja, und das übertragen wir jetzt mal auf die Politik: Paßt schon!

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