Wegen Ausländerthesen
SPD-Managerkreis wirft Sarrazin aus Vorstand

Thilo Sarrazins umstrittenes Auftreten in Sachen Migration hat weitere Konsequenzen: Der Managerkreis der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, in dem 1300 Manager organisiert sind, verzichtet auf ihn als Vorstandsmitglied. Für den früheren Berliner Finanzsenator ist das ein schwerer Schlag, denn er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Kreises.
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BERLIN. Nach Gesprächen gestern und in der vergangenen Woche über die in seinem Buch vertreten Thesen habe man sich „im gegenseitigen Einvernehmen“ darauf verständigt, dass das Vorstandsmitglied der Bundesbank nicht für den stellvertretenden Vorsitz kandidiere und aus dem Vorstand ausscheide, teilte der Geschäftsführer des Kreises Werner Rechmann dem Handelsblatt auf Anfrage mit.

Erst jetzt wurde bekannt, dass Sarrazin im vergangenen Jahr als Vorsitzender des Managerkreises vorgesehen war. Nachdem er sich in einem Interview mit der Zeitschrift „Lettre International“ aber über Türken und Araber in Weise äußerte, die in der Öffentlichkeit als verletzend empfunden wurde, legte der Kreis die Pläne ad acta. Er sollte aber am 21. September 2010 zum Stellvertreter gewählt werden. Darauf wird nun verzichtet. Vorsitzender des Kreises soll Klaas Hübner werden. Er war Vize-Vorsitzender der SPD im Bundestag und einer der Sprecher des Seeheimer Kreises. Seit Ende 2009 ist Hübner mit Garrelt Duin im Forum Wirtschaft und Mittelstand des SPD-Parteivorstandes.

Rechmann hob hervor, dass Sarrazin zwar aus dem Vorstand ausscheide, aber einfaches Mitglied bleibe. Der Managerkreis habe sich früher nie Gedanken über ein förmliches Ausschlussverfahren gemacht und werde das auch bei Sarrazin so halten. Er solle Mitglied bleiben. Über die einzelnen Kritikpunkte gegenüber Sarrazin äußerte Rechmann sich nicht.

Ein anderes Führungsmitglied des Managerkreises, das namentlich nicht zitiert werden will, sprach von einer schwer verständlichen Verhärtung im Denken des SPD-Mitglieds. Er habe sich mit seinen Ausländerthesen verrannt und es sei zunehmend schwer gewesen, zu ihm durchzudringen.

Für den früheren Berliner Finanzsenator ist das Ausscheiden aus der Führung ein schwerer Schlag, weil es ihn anders als die Auseinandersetzung um seinen Posten bei der Bundesbank in seinem privaten Engagement trifft: Sarrazin gehört zu den Gründungsmitgliedern des Managerkreises. Vor allem bei der Finanz- und Steuerpolitik hat er die Positionen des Kreises, dem zu einem großen Teil Nicht-SPD-Mitglieder angehören, mitgeprägt.

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  • Exakt der gleiche Kommentar wurde auf Focus-Online übrigens zensiert...

  • Es ist eine Schande für dieses Land, dass ein Mensch der seine Meinung in Form eines buches verkündet vor Menschen Polizeischutz braucht, die dieses buch mit Sicherheit noch nicht einmal gelesen haben.
    Außerdem zeigt sich wieder einmal wer in Deutschland Politik macht. Gehen rechte Spinner auf die Straße und demonstrieren, dann startet die halbe Nation eine Gegendemonstration.
    Sind es hingegen linke Spinner, dann setzt sich der Herr bundestagsvizepräsident mit ihnen auf die Straße und übt sich in Sitzblockaden.
    Armes Deutschland! Auf Wiedersehen!

  • @ Magrit Steer
    Was meinen Sie? - 18 Mio.€ für den "Kampf gegen Rechts"
    Damit kann man die Linksfaschisten bezahlen. Analog der SA oder SS.

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