Wegen Finanzkrise
Schäuble sieht Gefahr einer Anti-Euro-Partei

Wolfgang Schäuble fürchtet, dass sich Euro-Skeptiker zu einer neuen Partei zusammen schließen. In den gegenwärtigen Turbulenzen sieht der Finanzminister einen Test der Finanzmärkte, ob die europäische Konstruktion insgesamt von Dauer ist. Vehement lehnte er eine Teilung der Euro-Zone etwa in einen Nord- und Südeuro ab.
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HB BERLIN. Der Wirbel um den Euro und milliardenschwere Rettungspakete für Euro-Länder wie Irland und Griechenland könnten nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dazu führen, dass sich Kritiker der Gemeinschaftswährung in einer neuen Partei sammeln. „Die Gefahr einer Anti-Euro-Partei muss man ernst nehmen“, sagte der CDU-Politiker.

Umso mehr müsse den Menschen erklärt werden, was sie am Euro hätten, der sie vor Turbulenzen der Globalisierung besser schütze als es eine nationale Währung je könnte. „Ohne den Euro wäre jeder Deutsche ärmer“, und auf dem Arbeitsmarkt sähe es viel schlechter aus, sagte Schäuble.

Zugleich lehnte der Finanzminister eine Teilung der Euro-Zone etwa in einen Nord- und Südeuro erneut ab. „Das würde unendlich viel teurer werden als alles, was wir jetzt für den Euro tun“, sagte Schäuble. Auch Banken stünden dann vor massiven Problemen.

Irland war im Kampf gegen seine Banken- und Haushaltskrise unter den Euro-Rettungsschirm von EU und IWF geflüchtet. Das hatte wie schon die Rettungsaktion für Griechenland die Gegner des Euro in Deutschland auf den Plan gerufen und Debatten über die Kosten für Deutschland ausgelöst. Auch die Finanzmärkte sind nicht von einem Ende der Krise überzeugt und viele Marktteilnehmer spekulieren darauf, das Portugal und danach möglicherweise auch Spanien auf das Geld zurückgreifen müssen.

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  • Diese Partei gibt es bereits. Partei der Vernunft. Wer sich an die befreiungsaktion teilnehmen will ist herzlich willkommen.

  • "Ohne den Euro wäre jeder Deutsche ärmer" dieser Satz ist "NEUSPRECH", feinster Güte - siehe Orwell 1984. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall. Der Euro hat Deutschland ein Jahrzehnt des Siechtums beschert. Hunderte Milliarden Euro wurden nicht in Deutschland investiert, sondern dazu genutzt die jetzt geplatzten blasen in Griechenland, irland und Co. an zu feuern. Als Sündenbock für unsere Misere werden uns die Spekulanten präsentiert. Sie legen jedoch nur den Finger in die Wunden die politisches Wunschdenken verursacht. Das Herr Schäuble eine Anti-Euro-Partei fürchtet, ist ein guter Anfang. Europa würde gewinnen! Die Gründung einer Anti-Partei greift zu kurz. Lassen sie uns für etwas streiten. Mehr Demokratie, mehr Mitsprache der bürger – weg von der bevormundung durch bürokraten!
    Für diese Ziele gibt es schon heute Alternativen. Eine davon ist die "Partei der Vernunft".


    Jürgen Gerdes, bad Camberg

  • ich überlege ernsthaft, eine solche Partei zu gründen. ich bin in berlin. Die Unterlagen vom bundeswahlleiter zum Parteiengesetz für eine Parteigründung habe ich schon zur Kenntnis genommen. Wer macht mit? Gebraucht werden Juristen, Ökonomen und einfach Mitstreiter, die ein neues Europa aufbauen wollen. Die Satzung sollte zunächst einfach ein Aktionsprogramm begründen, das den Austritt Deutschlands aus der Eurozone mit möglichst wenig Kollateralschäden vorsieht. Es soll keine anti-europäische-Partei sein, aber notwendige Korrekturen an diesem Konstrukt Europa voranbringen, wozu vor allem gehört, dass jede Nation so leben können soll, wie sie es für richtig hält.
    ondoron@yahoo.de

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