Wegen guter Prognosen
Österreich kann geplante Steuererhöhungen abblasen

Den Österreichern bleiben die vor einigen Monaten angekündigten Steuererhöhungen wohl erspart. Grund ist die unerwartet starke Erholung der Wirtschaft des Landes in diesem Jahr. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute der Alpenrepublik prognostizieren für 2010 jetzt ein Wachstum von zwei Prozent, statt wie noch im Sommer von 1,2 Prozent.
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WIEN. Der österreichische Finanzminister Josef Pröll deutet bereits an, dass die vor der Sommerpause angekündigten Steuererhöhungen ausfallen könnten. „Alles, was die Konjunktur bringt, sollten wir benutzen, um Steuererhöhungen zu vermeiden“, betonte der Minister am Wochenende.

Das Wifo-Wirtschaftsforschungsinstitut in Wien rechnet damit, dass das Haushaltsdefizit in diesem Jahr in Österreich aufgrund der unerwartet starken konjunkturellen Erholung um einiges geringer ausfallen wird. Bislang hatten Forscher und Finanzministerium für 2010 mit einem staatlichen Defizit in Höhe von 4,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gerechnet. „Die Budgetprognose ist jetzt günstiger geworden“, sagte Wifo-Chef Karl Aiginger. Das Haushaltsdefizit wird nun voraussichtlich 4,1 Prozent erreichen. Auf dem Programm standen in Österreich an erster Stelle eine höhere Mineralölsteuer und die Wiedereinführung einer Vermögensteuer.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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