Wegen schlechter Umfragen
CSU schießt sich auf Merkel ein

Vor dem Hintergrund sinkender Umfragewerte wächst in der Union der Unmut über Bundeskanzlerin Angela Merkel. Führende CSU-Politiker griffen den wirtschaftpolitischen Krisenkurs der CDU-Bundesvorsitzenden scharf an und forderten einer Rückkehr der Christdemokraten zu „alter Klarheit“.

DÜSSELDORF/BERLIN. "Die Union muss ihr Profil wieder erkennbar machen“, sagte der Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union (MU), Hans Michelbach, am Donnerstag im Gespräch mit Handelsblatt.com. Notwendig sei eine klare ordnungspolitische Ausrichtung an der Sozialen Marktwirtschaft. „Die CDU muss runter von der SPD-Rutschbahn in den Staatskapitalismus“, forderte Michelbach. „Wir brauchen einer Rückbesinnung auf den vielfach in Vergessenheit geratenen Leistungsgedanken.“

Die Union verliert nach Ansicht Michelbachs zunehmend an die FDP Wähler, denen sie nicht mehr die Gewissheit klarer ordnungspolitischer Vorstellungen vermitteln könne. Außerdem fühlten sich immer mehr wertkonservative Anhänger der Union nicht mehr repräsentiert und reagierten mit Wahlverweigerung. „Auf beiden Feldern muss die Union zu alter Klarheit zurückkehren - nicht nur in Worten, sondern auch in Taten“, sagte der CSU-Politiker.

Der CSU-Spitzenkandidat für die Europawahl, Markus Ferber, machte die CDU-Chefin direkt für den Abwärtstrend verantwortlich. Auch der neue CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt mahnte die Schwesterpartei CDU zur Kraftanstrengung.

Ferber kritisierte in der „Augsburger Allgemeinen“ die Kanzlerin und forderte ein klareres Profil der Union ein: „Vor allem Stammwähler wie Landwirte, Mittelstand, Rechtskonservative bekommen derzeit von der Bundeskanzlerin keine verlässlichen Antworten“, sagte Ferber. „Das muss sich schnellstens ändern“, fügte er hinzu. Ferber verwies darauf, dass die CSU nach wie im Vergleich zur CDU wesentlich bessere Werte einfahre: „32 Prozent für die Union heißt bundesweit 25 bis 26 Prozent für die CDU“, sagte Ferber.

Ähnlich äußerte sich auch CSU-Generalsekretär Dobrindt: „Die Union kann sich mit solchen Werten auf keinen Fall zufrieden geben“, sagte er. CDU und CSU müssten die Bundestagswahl mit einem so deutlichen Vorsprung vor der SPD gewinnen, dass die Große Koalition durch eine bürgerliche Regierung abgelöst werden könne. „Dazu braucht es eine Kraftanstrengung der gesamten Union, denn die starken Stimmen aus dem Süden können nicht alles ausgleichen was anderswo in Deutschland fehlt“, sagte Dobrindt in Richtung CDU.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%