Wegen „Stuttgart 21“ Bahn-Chef Grube unter Dauer-Polizeischutz

Bahn-Chef Rüdiger Grube hat offenbar wegen des umstrittenen Bahnprojekts "Stuttgart 21" Morddrohungen erhalten. Die "Stuttgarter Nachrichten" berichteten, dass Grube deshalb seit kurzem rund um die Uhr unter Polizeischutz stehe. Die Bundes-FDP versucht derweil mit einem Vermittlungsvorschlag des Konflikt zu entschärfen.
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HB STUTTGART. Demnach sind sowohl die Polizei in Berlin als auch das Landeskriminalamt in Stuttgart eingeschaltet, die den Hauptsitz der Bahn in Berlin und Grubes Wohnhaus im Landkreis Calw bewachen. Bahnkreise bestätigten laut Zeitung die Bedrohung, ein Sprecher Grubes machte jedoch keine näheren Angaben.

Nach Angaben der Zeitung wurden im Umfeld des Wohnhauses zuletzt Aufnahmen der Familie gemacht und ins Internet gestellt. Grubes Frau und seine beiden Kinder wurden daraufhin zeitweise an einen geheimen Ort gebracht. Einige der Drohbriefe an den Bahn-Chef enthielten den Angaben zufolge ein weißes Pulver, das an den Milzbranderreger erinnerte, sich aber als harmlos entpuppte.

Der Streit um das Bahnprojekt "Stuttgart 21" war zuletzt eskaliert, als ein Polizeieinsatz die Einrichtung der Baustelle im Schlossgarten gewährleistete. Mehr als hundert Demonstranten wurden verletzt. Bei dem Projekt wird der Hauptbahnhof für 4,1 Mrd. Euro vom Kopf- zum unterirdischen Tunnelbahnhof umgestaltet.

Wegen des Streits fordert die FDP nunmehr einen unabhängigen Vermittler. Das Präsidium habe sich einstimmig für einen moderierten Diskussionsprozess zwischen Befürwortern und Gegnern ausgesprochen, sagte Generalsekretär Christian Lindner. In den nächsten Tagen und Wochen müsse dafür eine unabhängige Persönlichkeit gefunden werden. Allerdings gehe es nicht darum, das Bahnhofsprojekt insgesamt infrage zu stellen. Vielmehr solle so mehr Akzeptanz geschaffen und für die Vorteile des Projekts mit besseren Argumenten geworben werden.

Der FDP-Politiker verwies als Vorbild auf ähnliche Verfahren zu umstrittenen Maßnahmen, etwa beim Ausbau des Frankfurter Flughafens. Bei der Erstellung oder Realisierung des Projekts könnten auch Pläne variiert werden, um die Zustimmung zu vergrößern.

In Anlehnung an Äußerungen von Bahn-Chef Rüdiger Grube unterstrich Lindner, das im Grundgesetz garantierte Recht auf Widerstand beziehe sich auf Bedrohungen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. In Stuttgart seien aber die demokratischen Verfahren und die Rechtsordnung eingehalten worden. Das Projekt sei parlamentarisch und juristisch legitimiert. "Dann kann im Nachhinein nicht Recht gebrochen werden, auch nicht vom Staat." Grube hatte am Wochenende bei den Projektgegnern für Empörung mit der Aussage gesorgt: "Ein Widerstandsrecht gegen einen Bahnhofsbau gibt es nicht.

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3 Kommentare zu "Wegen „Stuttgart 21“: Bahn-Chef Grube unter Dauer-Polizeischutz"

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  • Alles inszeniert. Da soll doch nur an das Gewissen der Demonstranten apelliert werden. Die S21-Gegener sollen gegeneinander aufgebracht werden. Nach dem Motto: "Also mit solchen Radikalen möchte ich nicht auf einer Stufe stehen. Da bleibt ich doch bei der nächsten Demo zuhause." Außerdem wird doch hier nur schonmal öffentlich für das harte Eingreifen bei der nächsten Polizeiaktion für Zustimmung gesorgt. Der Normalbürger soll sagen: "Ja wenn die nicht mal vor Mord zurückschrecken, dann tut mir der arme Herr Grube leid. Und der Mappus tut mir auch leid. Dann haben die auch Recht. Sollen sie doch den Steuerzahler ausnehmen und den bahnhof bauen. Das hat sich der böse Pöbel nun selbst eingebrockt. ich werde meinen Widerstand aufgeben und mich jetzt wieder in die Schafherde einreihen." billig und schlimm diese versuchte Massenmanipulation durch die politisch gekauften Medien. Die Medien verlieren immer mehr an Macht, weil sie zu Handlangern der Politik und Wirtschaft verkommen sind.

  • Morddrohungen von wem? Wer hat einen Vorteil davon?

    Sicherlich liegt der Vorteil einer Morddrohung bei den befürwortern des bahnprojekts, die damit die Gegner von S21 kriminalisieren können. Vorteile für die Gegner gibt es keine. Von daher ist die Wahrscheinlichkeit grösser, dass es sich hier um eine geschmacklose Aktion der bahn/Regierung/Profiteure des Projektes handelt.

  • Furcht oder Volksfremd?
    Ohne Volk keine verkauften bahntickets!
    Erst denken dann sprechen.

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