Wehrpflicht adé
Bundeswehr fürchtet den großen Aderlass

Heute verlassen die letzten Wehrpflichtigen deutsche Kasernen. Die Armee besteht dann nur noch aus Freiwilligen. Ob die Bundeswehr im "War for Talents" bestehen kann, ist höchst ungewiss. Es drohen massive Engpässe.
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BerlinWäre Thomas de Maizière (CDU) schon vor eineinhalb Jahren Verteidigungsminister gewesen, würden heute wohl noch nicht die letzten Wehrpflichtigen die Kasernen verlassen. Der Sohn eines zeitweiligen Generalinspekteurs der Bundeswehr, der das Prinzip des „Staatsbürgers in Uniform“ mitentwickelt hat, galt lange Zeit als glühender Anhänger der Wehrpflicht. Auch er musste sich wie viele seiner Parteifreunde erst von seinem Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) überzeugen lassen, dass sie sicherheitspolitisch nicht mehr haltbar ist.

Trotzdem fiel es de Maizière nicht leicht, drei Wochen nach seinem Amtsantritt im Bundestag die Abschiedsrede auf die Wehrpflicht zu halten. Die Aussetzung sei für ihn „kein Freudenakt“, räumte er vor den Abgeordneten freimütig ein. „Es ist eine notwendige, aber mich nicht fröhlich stimmende Entscheidung.“ Ein bis zu 23-monatiger Freiwilligendienst soll nun die Lücke, die die Wehrpflicht reißt, zumindest teilweise füllen. Bis zu 15 000 junge Männer und Frauen wollte Guttenberg dafür gewinnen. De Maizière schraubte dieses Ziel bei der Vorstellung seiner Pläne für die Bundeswehrreform Mitte Mai auf mindestens 5000 herunter.

Ein erfolgreicher Start des neuen Freiwilligendienstes war ihm damit sicher. Denn zum Zeitpunkt der Reformverkündung hatten schon 5400 junge Leute bei der Bundeswehr angeheuert. Hinzu kamen 4000 Wehrdienstleistende, die freiwillig länger bleiben wollen. Wieviele Freiwillige seitdem noch dazu gekommen sind, verrät die Bundeswehr nicht. Fest steht aber schon, dass es zum Stichtag 1. Juli insgesamt deutlich mehr als 10 000 sein werden.

Trotzdem hütet man sich im Ministerium davor, in Jubelstürme auszubrechen. Ob der Freiwilligendienst langfristig bei den jungen Leuten ankommt, wird sich erst noch zeigen. Viel entscheidender ist für die Bundeswehr die Frage, wie sich das Ende der Wehrpflicht auf die Rekrutierung von Berufs- und Zeitsoldaten auswirkt. Bisher kamen viele von Ihnen erst durch den Pflichtdienst auf den Geschmack und blieben anschließend bei der Bundeswehr. Künftig muss der Nachwuchs ausschließlich außerhalb der Kasernen rekrutiert werden.

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  • Unsere BW kann dann ja Freiwillige aus anderen EU-Ländern auch zulassen zum Wehrdienst bei uns, wie es in unserem Arbeitsmarkt ja auch gang und gebe ist. So machen es doch z.B. die Franzosen auch mit Ihrer Fremdenlegion. Ausserdem kommen die Freiwilligen umgheend, wenn mehr gezahlt wird in der BW. Aber das dürfte die BW eigentlich gar nicht mahcen. NIcht wiil kein Geld da ist, nein, sondern darum weil sonst die Arbeitgeber in Industrie, Handwerk und HAndel in Deutschland aufschreien das ihnen die wenigen potentiellen Lehrlinge auch noch von der BW weggeschanppt werden....;-)

  • Die Unterschichtenarmee kommt garantiert: erst zum 1. Juli wurden die Mindestvoraussetzungen für die Einstellung weiter heruntergeschraubt. Nun braucht man nicht einmal einen Schulabschluß mehr...

  • Hier wäre die Rolle rückwärts zur Wehrpflicht sinnvoll. Thomas de Maizière könnte dies auch in der Öffentlichkeit glaubwürdig rüberbringen. Verteidigungsministerium wie Bundeswehr selbst haben schlicht keine Erfahrung im Marketing: Jetzt müssen Sie den Dienst mit der Waffe schlicht den jungen Menschen "verkaufen". Das braucht Vorbereitung und die gab es nicht. Also: geordneter Rückzug.

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