Weihnachtszwist
Runder Tisch für Huber und Ackermann

Nach dem Weihnachtszwist zwischen Kirchen und Banken hat SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier Bischöfe und Manager an einen Runden Tisch geladen. Indes bekräftigte Bischof Wolfgang Huber seine Kritik an Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann – zu einer Diskussion zeigte er aber bereit.

FRANKFURT. Der Vizekanzler sagte der „Welt am Sonntag“: „Ich werde die Bischöfe und einige führende Manager gleich Anfang Januar zu mir einladen.“ Er wolle mit ihnen „reden über das, was aus dem Ruder gelaufen ist und wo uns neues Denken hinbringen muss“.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischof Wolfgang Huber, bekräftigte seine Kritik an dem Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, zeigte sich aber gesprächsbereit.

Huber hatte sich mit persönlichen Angriffen auf Ackermann den Zorn der Deutschen Bank zugezogen. Das von Ackermann ausgegebene Renditeziel von 25 Prozent sei eine Form des Götzendienstes und erinnere ihn an den Tanz ums Goldene Kalb, hatte Huber gesagt. Ein Sprecher des Geldinstituts wies die Äußerungen „sowohl in der Sache wie in der Form als unangebracht“ zurück. Es sei nicht richtig, Ackermann stellvertretend für alle Banker an den Pranger zu stellen, zumal er sein Haus bisher relativ gut durch die Finanzkrise gesteuert habe, hieß es in Bankkreisen.

Huber sagte, er sei zur Diskussion über seine Vorwürfe selbstverständlich bereit. Gleichzeitig bekräftigte er aber seine Kritik an Ackermann. „Einzelne herauszugreifen, ist immer problematisch. Aber je stärker der Einfluss einzelner ist, desto größer ist auch ihre Verantwortung.“

Steinmeier wertete die Auseinandersetzung als Ausdruck der „Sprachlosigkeit zwischen den Eliten der Wirtschaft und der Gesellschaft“, die eine der größten Modernisierungsbremsen in Deutschland sei. Wertschöpfer und Verteiler seien einander immer fremder geworden.

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