„Weisse Wölfe Terrorcrew“: Innenminister verbietet rechtsextremistischen Verein

„Weisse Wölfe Terrorcrew“
Innenminister verbietet rechtsextremistischen Verein

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat am Mittwoch den rechtsextremistischen Verein „Weisse Wölfe Terrorcrew“ verboten. Währenddessen laufen in zehn Bundesländern Durchsuchungen gegen führende Mitglieder.

BerlinBundesinnenminister Thomas de Maizière hat am Mittwoch den rechtsextremistischen Verein „Weisse Wölfe Terrorcrew“ (WWT) verboten. Seit dem Morgen laufen in zehn Bundesländern Durchsuchungs- und Beschlagnahmemaßnahmen gegen führende Mitglieder, wie das Ministerium mitteilte.  Insgesamt gab es Razzien bei 15 Objekten. Grundlage des Verbots sei das Vereinsgesetz. Gegen Mittag wollte sich der CDU-Politiker dazu in Berlin vor der Presse äußern.

Wie Spiegel Online berichtete, sei die Verbotsverfügung um 6 Uhr zeitgleich an zwölf Mitglieder der WWT zugestellt worden. Darin hieß es, der Verein laufe "nach Zweck und Tätigkeit den Strafgesetzen zuwider". Das Vereinsvermögen werde zugunsten des Bundes eingezogen

Bei der WWT handelt es sich um einen "Zusammenschluss von Neonazis und ehemaligen Angehörigen der Skinhead-Szene", wie es in einer im Internet veröffentlichten Einschätzung des Hamburger Verfassungsschutzes heißt. Laut dem Verfassungsschutzbericht 2014 ist die „neonazistische“ Gruppierung bundesweit aktiv. Demnach waren Mitglieder unter anderem im Februar des Jahres an einem Angriff im Hamburger Hauptbahnhof auf Angehörige der linken Szene beteiligt.

Ursprünglich verstand sich die „Terrorcrew“ als Fangruppe der nordrhein-westfälischen Skinheadband „Weisse Wölfe“, wie es im Hamburger Verfassungsschutzbericht 2008 heißt. Seither seien ihre Mitglieder durch rechtsextremistische Straf- und Gewalttaten in Erscheinung getreten.

Bereits 2009 hat die Polizei in mehreren Bundesländern Wohnungen von Mitgliedern der „Weisse Wölfe Terrorcrew“ durchsucht. Den damals 23 Verdächtigen wurden unter anderem Verstöße gegen das Uniformverbot vorgeworfen. Bei den Durchsuchungen von 13 Objekten in Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen wurden unter anderem CDs, Computer und T-Shirts sichergestellt.

2012 leitet der Generalbundesanwalt ein Verfahren gegen die WWT wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ein. Den Beschuldigten wurde vorgeworfen, ein sogenanntes Werwolf-Kommando gegründet zu haben und das politische System der Bundesrepublik stürzen zu wollen. Nachdem Ermittlungen den Verdacht nicht erhärten konnten, wurde das Verfahren jedoch im Oktober 2014 eingestellt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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