Weitere CD-Käufe geplant Steuerfahnder spielen Ländern Milliarden ein

Die Bundesländer haben in zwei Jahren mehr als 40.000 Strafverfahren eingeleitet und damit eine gewaltige Summe für den Fiskus eingenommen. Das macht Appetit auf mehr: Weitere Länder wollen wie NRW Steuer-CDs kaufen.
20 Kommentare
Die Steuerfahndermarke eines Bediensteten des Finanzamtes Wuppertal. Quelle: ap

Die Steuerfahndermarke eines Bediensteten des Finanzamtes Wuppertal.

(Foto: ap)

BerlinSteuerfahnder der Länder haben dem Fiskus in den vergangenen beiden Jahren zusätzliche Einnahmen von fast vier Milliarden Euro gesichert. Nach dem neuen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums summierten sich diese Steuermehreinnahmen im vergangenen Jahr auf 2,228 Milliarden - nach 1,745 Milliarden Euro im Jahr 2010.

Die Zahl der erledigten Fälle belief sich danach 2011 auf 35 592. Im Jahr davor waren es 34 186. Nicht erfasst sind in den Angaben Mehreinnahmen nach Selbstanzeigen von Steuerbetrügern.

Die Prüfungen durch Steuerfahnder führten im Jahr 2010 zur Einleitung von 25 437 Strafverfahren (2011: 16 119). Der Umfang der Geldbußen erhöhte sich 2011 gegenüber dem Vorjahr von 1,7 Millionen auf 11,3 Millionen Euro. Das Volumen bei den finanziellen Sanktionen sank von 29,1 Millionen Euro leicht auf 28,9 Millionen Euro.

Neben Nordrhein-Westfalen sind weitere Länder nicht abgeneigt, Daten über deutsche Steuerhinterzieher aus Schweizer Quellen zu erwerben. In Baden-Württemberg würde die grün-rote Landesregierung zugreifen, wenn ihr eine CD mit seriösen Informationen angeboten werde, hieß es in Stuttgart. Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hatte dies auf FDP-Druck abgelehnt.

Kauf von Steuer-CDs bleibt umstritten
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Weitere CD-Käufe geplant - Steuerfahnder spielen Ländern Milliarden ein

20 Kommentare zu "Weitere CD-Käufe geplant: Steuerfahnder spielen Ländern Milliarden ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Und unsere Ehrensoldempfänger erhalten eine 9 %ige Pensionserhöhung oder 1.500 Euro monatlich.

    Das kann man drehen und wenden, es bleibt ungerecht.

  • Das heisst Republikflucht :)

  • Man sollte aber nicht nur Steuerfahnder, sondern auch Blockwarte ausbilden. Deren Aufgabe wäre es, die Umsetzung des Glühlampenverbots in ihrem Bezirk und die Einhaltung des Toilettenpapiergrenzkonsums zu überwachen.
    Es gibt doch schon einen Vorschlag von Altmaier dazu.
    Auch das Rauchverbot in Kneipen und andere lebenswerte Dinge könnten doch noch stärker überwacht werden. Wenn es nach unserer Allparteienregierung (DDR 2.0) ginge, sollten wir am besten rund um die Uhr knastähnlich gehalten und überwacht werden.
    Dann erledigt sich das Thema mit den Steuerfahndern von selbst, denn wenn alle von Grundversorgung leben, zahlt auch keiner mehr Steuern.

  • Sehr gut so! Allerdings sollte man auch Haftstrafen für Steuerflüchtlinge in Betracht ziehen. Aktuell ist das alles noch viel zu billig.

  • Als Betreuer eines 90-jährigen Pflegefalls, der außer seiner Rente keine Einkünfte hat, habe ich die Aufforderung des Finanzamtes erhalten, innerhalb von vier Wochen seine Steuererklärungen für die Jahre 2006 bis 2010 einzureichen. Bei Fristüberschreitung droht Strafe. Da aus diesen Jahren keine entlastenden Belege mehr existieren, errechnet sich nun pro Jahr eine Steuerschuld von ca. 20 €. Die pflegende Familie hat auch noch den Fehler gemacht, auf staatliche Zuwendungen wie z.B. Schwerbehindertenausweis und Pflegestufe zu verzichten. Die Freude liegt nun allein beim Steuerberater, selbst für einen Rentner ist der komplette Formularsatz abzuarbeiten. Die erteilten Nichtveranlagungbescheide für den genannten Zeitraum wurden übrigens widerrufen.
    Dieser Staat dreht langsam durch. Er macht sich einerseits zum Hehler und andererseits kriminalisiert er die Schwächsten der Schwachen. Schließlich hat der 90-jährige letztlich Steuern hinterzogen.
    Auf solch einen Schnüffel- und Stasistaat können wir gut verzichten, pfui Teufel!

  • Wann sind wir eigentlich soweit bis der Staat erkennt, dass Erpressung noch lukrativer ist als CD's anzukaufen?

    Erpressung ist strafrechtlich nur unwesentlich anders als sich als Hehler zu betätigen.

    Wie kann sich ein Staat vorhalten lassen, mit Verbrechern gemeinsame Sache zu machen? Allen die verstrickt sind und allen, die kriminelle Machenschaften decken und dulden sollte der Prozess gemacht werden - von ganz oben bis ganz unten! Das sind wir unserer Demokratie schuldig, wenn wir deren Respekt einfordern wollen.

  • @ Karstenberwanger

    Na, dass deine "Klienten" Pleite gehen wundert mich überhaupt nicht. Selbst geistig auf dem IQ einer faulen Bananenschale hängen geblieben und sein Leben als Berufsprolli ausgerichtet, aber andere beraten. Das ist der Witz des Jahres. So einen bekloppten wie dich müsste man im Deutschen Museum ausstellen.

  • Ich erinnere mich gerade noch an Zeiten, da wurde propagiert man solle im Urlaub sein Geld in Deutschland und nicht im Ausland ausgeben !

  • 90% der gemeldetet Steuersünder sind Rentner, welche ihr versteuertes Geld in Sicherheit bringen wollten. Das kann man aber dem Wähler nicht erzählen ! Diese Leute haben Gründe und reichlich Erfahrung diesem System zu misstrauen. Sie geben teilweise mehr Verwaltungsgebühren für den Schutz ihrer Annonymität aus, als sie in Deutschland Zinsen zahlen würden. Wo kämen wir hin, wenn jeder mit seinem verdienten und versteuerten Geld machen könnte was er wollte. Wir leben schließlich in keiner richtigen Demokratie. Das ruft dann sofort die Gedankenpolizei und Finanz-Gestapo auf den Plan. Orwell lässt grüßen. Oder, wir halten es mit G.Schröder: --Solidarität mit den Griechen--. Diese haben gerade ihre Steuerfahnder gejagt und festgesetzt. Ob er das wohl gemeint hat !?

  • Wer läßts sichs da in der Sonne gut gehen? Die Bänker? Die Zocker der Hedgefonds?
    Haben Sie mal überlegt, wie es in Deutschland z.B. ohne Einwohnermeldeämter wäre? Wie wollen Sie Ihre Existenz nachweisen? Auf Kataster- und Grundbuchämter kann man sicher verzichten. Dann gilt einfach das Recht des Stärkeren. Wozu brauchen wir überhaupt Polizei, Feuerwehr, Gerichte, Justizwesen einschließlich der Gefängnisse? Feuerwehr, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, Universitäten - alles übrig. Wozu brauchen wir Kanalisation, Straßen, Brücken ... Mittlerweile weiß ich, warum so viele Geländewagen auf deutschen Straßen herumfahren. Die Leute bereiten sich auf die Abschaffung des Staates vor.
    Die Steuerbetrüger wollen das alles nutzen. Nur nichts dafür bezahlen. Schmarotzer halt.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%