0 Bewertungen
19.12.2007 
Wirtschaftsweiser begrüßt Bewegung beim Thema

Welchen Mindestlohn Rürup für den richtigen hält

von Karl Doemens

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats, Bert Rürup, hat eine „vorurteilsfreie Diskussion“ über einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn gefordert. „Ich finde es erfreulich, dass die Fronten in der Mindestlohn-Diskussion beginnen, sich aufzulockern“, sagte der Wirtschaftsweise dem Handelsblatt. Welche Höhe ihm für den Mindestlohn vorschwebt.

Bert Rürup begrüßt einen flächendeckenden Mindestlohn - wenn er nicht zu hoch ist. Foto: dpaLupe

Bert Rürup begrüßt einen flächendeckenden Mindestlohn - wenn er nicht zu hoch ist. Foto: dpa

BERLIN. Rürup begrüßte ausdrücklich Äußerungen von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und des Vorsitzenden des CDU-Wirtschaftsrates, Kurt Lauk, die sich in Interviews für einen niedrigeren flächendeckenden Mindestlohn als Alternative zu den derzeitigen Branchenlösungen ausgesprochen hatten.

Rürup plädierte für einen allgemeinen Mindestlohn von etwa 4,50 Euro pro Stunde. Dadurch werde jedem alleinstehenden Vollzeitbeschäftigten ein Arbeitseinkommen garantiert, das dem Existenzminimum entspricht, sagte er: „Es ist wichtig, mit einem moderaten Mindestlohn zu beginnen, um negative Beschäftigungseffekte weitestgehend zu vermeiden.“

Rürup lehnte die von Steinbrück angedeuteten sieben Euro als „zu hoch“ ab. Zugleich warf er der Unionsspitze, die gesetzliche Mindestlöhne grundsätzlich ablehnt, eine falsche Taktik vor: "Wenn sie Pech hat, bekommt sie die schlechteste aller Welten.“ Dann komme nämlich beides: „Ein gesetzlicher Mindestlohn und ein Flickenteppich höherer Branchen-Mindestlöhne.“

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Konjunkturbeschleuniger verzweifelt g...

    Konjunkturbeschleuniger verzweifelt gesucht

    Wie soll die schwächelnde Konjunktur wieder angekurbelt werden? Im Umfeld der Bundesregierung kursieren die unterschiedlichsten Modelle. Den Stein der Weisen hat aber noch keiner gefunden. Fakt ist: Dem bereits geschnürten ersten Wachstumspaket soll ein zweites folgen....Bildergalerie 

  • Die Säulen der thailändischen Gesells...

    Die Säulen der thailändischen Gesellschaft

    Nation, Monarchie und Religion sind die drei Eckpfeiler, die den Rahmen der thailändischen Gesellschaft bilden. Die Stärke und Tragkraft der thailändischen Gesellschaft resultiert aus der Tragkraft dieser drei Säulen. Es ist der einzige Staat der dem Kolonialismus trot...Bildergalerie 

  • Thailands Flughäfen geräumt

    Thailands Flughäfen geräumt

    Aufatmen für Hunderttausende Touristen: Die thailändischen Regierungsgegner haben die Blockade der internationalen Flughäfen beendet. Bilder vom - zumindest vorübergehenden - Ende einer Krise.Bildergalerie 

vor

 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Den Nullzins vor Augen  Artikel in Merkliste

05.12.2008, 07:05 Uhr von Nobert Häring

Wenn die Welt in die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit abgleitet, muss die Wirtschaftspolitik Gewohnheiten aus normalen Zeiten hinterfragen. Das gilt auch für die Geldpolitik. Innerhalb weniger Wochen haben sich die Perspektiven für Inflation und Wachstum dramatisch verändert. Da ist das übliche Finetuning der Zinsen in kleinen Schritten nicht mehr sinnvoll. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Letztes Aufgebot  Artikel in Merkliste

05.12.2008, 05:19 Uhr von Helmut Hauschild

Vor allzu viel deutscher Euphorie sei tgewarnt. Die aktuelle Personalrochade könnte ein kurzes Hurra für die Bundesregierung sein. Kommentar