Welteke-Affäre
Interesse an Eichels Verhalten steigt

Das Verhalten von Bundesfinanzminister Hans Eichel in der Hotel-Affäre um Ernst Welteke rückt stärker in den Fokus. Die Union würde nur zu gern wissen, welche Rolle der Finanzminister bei der Affäre um den Bundesbankchef spielt. Eine Klärung soll im Haushaltsausschus erfolgen.

HB BERLIN/FRANKFURT/MAIN. Die „vielen Gerüchte“ über das Verhalten von Finanzminister Hans Eichel (SPD) machten eine rasche Klärung im Haushaltsausschuss notwendig, erklärten die CDU/CSU-Haushaltspolitiker Dietrich Austermann und Steffen Kampeter am Montag in Berlin.

Die Querelen um eine Ablösung Weltekes entfachten auch den Streit um den Verkauf der Goldreserven neu. Mit den Vorgängen um den Aufenthalt des Bundesbank-Präsidenten in einem Berliner Nobel-Hotel auf Kosten der Dresdner Bank will sich am kommenden Mittwoch auch die Europäische Zentralbank (EZB) befassen.

Hintergrund des Streits um das Gold sind Spekulationen aus Vorstandskreisen der Bundesbank, dass die Regierung aus dem Verkauf einen zweistelligen Milliardenbetrag für eine Innovationsoffensive vor den Wahlen 2006 erlösen wolle. Welteke habe hingegen nur einen Fonds einrichten und der Regierung dessen Zinsen und Erträge zur Verfügung stellen wollen, schrieb das Nachrichtenmagazin „Focus“. Daher habe die Bundesregierung die Ablösung Weltekes betrieben.

Bayerns Staatskanzleichef Erwin Huber (CSU) sagte der „Welt am Sonntag“: „Ich warne Rot-Grün eindringlich vor dem Versuch, bei kommenden Wahlen ihre katastrophale Bilanz mit von Gold finanzierten Wohltaten zu verdecken“. Es wäre „der Skandal im Skandal“, wenn das Engagement Eichels für die Welteke-Ablösung mit seinem Interesse an den Goldreserven der Bundesbank zusammenhinge. Der Parlamentarische CDU/CSU-Fraktions-Geschäftsführer Volker Kauder kündigte an, zur Aufklärung der Vorgänge werde die Union die Bundesregierung in den nächsten Tagen befragen. „Ich kann die Bundesregierung nur warnen: Hände weg vom Gold der Bundesbank.“

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