Weltfinanzgipfel
G20: Einigkeit zwischen Moskau und Berlin

Deutschland und Russland ziehen bei der angestrebten Neuordnung der globalen Finanzmärkte an einem Strang. „Wir fahren mit sehr ähnlichen Erwartungen und Positionen nach London“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag in Berlin nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew unmittelbar vor dem G20-Welt-Finanzgipfel.

HB BERLIN. „Wir wollen gemeinsam, dass dieses Treffen ein Erfolg wird“, sagte Merkel zum bevorstehenden G20-Gipfel. „Die Welt steht an einem Scheideweg.“ Medwedjew sprach von einem „dramatischen Augenblick“ in der Welt. „Wir haben keine grundlegenden Meinungsverschiedenheiten“, betonte er die Übereinstimmung mit der Kanzlerin. Er unterstützte auch ausdrücklich Merkels Vorschlag für eine weltweite Charta für nachhaltiges Wirtschaften.

Für Medwedjew und Merkel hat die Schaffung einer neuen Finanzmarktarchitektur Vorrang. „Unsere Aufgabe ist, dass eine solche Krise künftig verhindert wird“, sagte Medwedjew . Nach seiner Ansicht wird London nur Auftakt einer ganzen Serie von Konferenzen sein, an deren Ende ein neues weltweites Finanzsystem stehen müsse.

Merkel und Medwedjew warnten eindringlich vor protektionistischen Maßnahmen im Zuge nationaler Konjunkturprogramme gegen die Krise. Ein „primitiver, verbissener Protektionismus“, der zur Marktabschottung führe, müsse unbedingt vermieden werden, sagte Medwedjew . Russland sei zwar kein Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO). Russland sei aber ebenso für eine erfolgreichen Abschluss der „Doha-Runde“ zur weiteren Liberalisierung des Welthandels. Merkel verlangte, dass die G20-Erklärung von London auch eine klare Aussage gegen Protektionismus enthalten muss.

Der russische Präsident verlangt auch eine Diskussion über ein modernes Währungssystem und ein anderes System der Reservewährungen. „Das G20-Format muss nicht das endgültige Rezept geben, sondern den Start für eine neue Finanzmarktarchitektur.“ Beide sprachen sich auch für eine baldige Wiederaufnahme der Arbeit des Nato-Russland-Rates aus. Die Zusammenarbeit war im Zuge der Kaukasus-Krise von der Nato eingefroren worden.

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