Weltklimagipfel
Finanzkrise versus Umweltschutz?

Fällt der Klimaschutz den im Zuge der Finanzkrise entstandenen Problemen der Realwirtschaft zum Opfer? Die wirtschaftlichen Probleme rund um den Globus überschatten den Weltklimagipfel in Posen – und stellen die vor einem Jahr bei der Konferenz in Bali getroffenen Ergebnisse in Frage.

BERLIN. Hans-Joachim Schellnhuber sieht schwarz für das Klima: Die Finanzkrise und die daraus resultierenden Probleme der Realwirtschaft würden „wie eine spanische Wand vor unsere Wahrnehmung gestellt“, klagt der Klimaberater der Bundeskanzlerin. „Und wenn wir dann in zehn Jahren glauben, wieder Geld für den Klimaschutz übrig zu haben, stehen wir vor einer dramatischen Situation“, befürchtet Schellnhuber, zugleich Chef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Schellnhuber bringt damit treffend die Befürchtung zum Ausdruck, die die heute beginnende Weltklimakonferenz im polnischen Posen überschattet: Der Klimaschutz könnte der Finanzkrise zum Opfer fallen.

In Posen sollen die Teilnehmer die vor einem Jahr bei der Weltklimakonferenz in Bali erzielten Verhandlungsergebnisse konkretisieren. Die Konferenz bildet somit die Basis der entscheidenden Verhandlungsrunde in Kopenhagen Ende 2009. Dort soll ein Abkommen geschlossen werden, das an das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll anknüpft.

Zu den zentralen Problemen der Klimaverhandlungen zählt, dass die USA sich bislang nicht auf verbindliche Verpflichtungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen einlassen wollen. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem künftigen US-Präsidenten Barack Obama. In Posen sind die USA allerdings noch von der Bush-Administration vertreten.

Die Bundesregierung kämpft dafür, die Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels trotz der weltweiten Krise auf den Finanzmärkten ungemindert fortzusetzen. Auch die EU-Kommission will in Posen darauf drängen, beim Klimaschutz nicht nachzugeben. „Die Finanzkrise hat gezeigt, wie töricht es ist, deutliche Warnsignale zu ignorieren“, sagt EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. „Beim Klimawandel dürfen wir nicht den gleichen Fehler machen, wenn wir gefährliche und möglicherweise katastrophale wirtschaftliche und soziale Konsequenzen in den kommenden Jahrzehnten abwenden wollen“, warnt Dimas.

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